Ich muss es mal schreiben. Es ist undiplomatisch, ruppig und nicht gerade etwas, das man von einem Menschen hören will, der Kommunikation zum Beruf gemacht hat. Und in der Tat verstehe ich meine Arbeit als PR’ler für die Sache der blinden und sehbehinderten Menschen so, dass ich auch den Kontakt zu Mitbürgern suche, die Vorurteile gegenüber Behinderten haben. Ich habe die Hoffnung nicht verloren, ihre Vorurteile abbauen zu können. Und das werde ich auch weiter versuchen. Dennoch gibt es auch eine Wahrheit, die ich mal so klar hier formulieren muss: Euer Mitleid kotzt mich an!
Es war auf meinem Weg zur Arbeit, als mich auf dem U-Bahnsteig eine ältere Dame ansprach: „Kann ich Ihnen beim Einsteigen helfen?“
Diese Frage wird mir häufig gestellt, und ich finde sie absolut okay. Ich sage dann in der Regel, so auch zu der älteren Dame: „Nein danke, das geht schon.“
Nach einer kurzen Pause fragt sie: „Und geht das wieder weg?“
Sie meint meine Blindheit. Da bin ich mir sicher. „Nein, das geht nicht mehr weg“, sage ich denn auch.
„Wie schrecklich“, platzt es aus ihr heraus, „so ein junger Mann.“
Ich brauche wohl nicht zu sagen, dass sie mir doch sagt, wo sich die Wagontür befindet, obwohl ich längst gehört habe, wo sie aufgegangen ist. In der Bahn will sie mir zeigen, wo ein freier Platz ist, obwohl ich vor einem Tag am Schreibtisch auch gern mal in der Bahn stehe. Es ist dieses Nicht-ernst-nehmen, das mich so wütend macht. Wenn ich sage, dass ich keine Hilfe möchte, dann ist das so. Wenn man mich dann nicht in Ruhe lässt, dann spricht man mir ab, selbst zu wissen, was gut für mich ist.
Es kam aber in diesem Fall noch schlimmer. Kurz vor dem Bahnhof, in dem ich umsteigen muss, kam die mitleidende Dame zu mir: „Wo möchten Sie denn gleich hin? Ich helfe Ihnen.“
„Bitte lassen Sie mich doch jetzt in Ruhe“, bat ich. Ich fühlte mich schlecht, irgendwie bedrängt.
„Ich möchte ja nur helfen“, rechtfertigte sie sich, um dann noch ein paarmal „wie schrecklich, so ein junger Mann“ vor sich hinzumurmeln.
Ich bezweifle, dass solche Menschen wirklich nur helfen wollen. Sie verlangen Dankbarkeit für etwas, das ich gar nicht haben will. Ihr Mitleid ist keine Hilfsbereitschaft, ihr Mitleid ist Überheblichkeit. Sie nehmen mich nicht als gleichberechtigten Menschen, sondern als hilfebedürftiges Wesen wahr. Sie übertragen ihr abwertendes Bild von Behinderung auf die behinderten Menschen selbst – ich jedenfalls hatte den Eindruck, mich für meine Blindheit rechtfertigen zu müssen. Möglicherweise fühlen sich die meist älteren Mitbürger sogar noch besonders menschlich, christlich vielleicht, aber das sind sie nicht. Im Gegenteil: ihr aufgedrängtes Mitleid tut weh. Ich jedenfalls fühlte mich an diesem Morgen schwach und entmündigt. Es ist nicht meine Behinderung, die im Alltag frustriert. Es sind Begegnungen wie diese, die Wut erzeugen.
Bereits im Januar 2007 schrieb Christiane Link – sie lebt als Rollstuhlfahrerin in London – in ihrem Blog „Behindertenparkplatz“:
Ich bin jetzt seit mehr als einem Monat in Großbritannien und ich glaube, es war der erste Monat meines Lebens (meine USA-Aufenthalte ausgenommen), in dem mir kein einziger Mensch begegnet ist, der mich offensichtlich bemitleidete. Und das obwohl ich jeden Tag mit Kreti und Pleti im Bus durch die halbe Stadt gurke und manchmal Leute anspreche, ob sie mir in den Bus helfen können, wenn die Rampe sehr steil ist. Können wir das in Deutschland vielleicht auch mal trainieren? Hilfsbereitschaft ohne Mitleid.
Ich möchte Begegnungen wie die mit der Frau in der U-Bahn nicht mehr haben. Und ich bilde mir auch ein, dass sie tendenziell seltener werden. Meine Vision ist, dass es auch in Deutschland eine Zeit geben wird, in der kein behinderter Mensch mehr solche Situationen erleben muss. Daher werde ich auch weiter gegen Vorurteile und für einen respektvollen Umgang mit behinderten Menschen streiten. Ich werde auch weiter über Möglichkeiten und Grenzen blinder und sehbehinderter Menschen informieren und das Gespräch zum Thema suchen. Ich freue mich darauf, Vorurteile abzubauen und Wissenslücken zu schließen (bei meinem Gegenüber und bei mir). Aber ich werde auch sagen, wenn mich Euer Mitleid ankotzt.
Es ist einfach eine schwierige Sache, aber so vorgetragene Hilfe ist wirklich grenzwertig, keine Frage.
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Grüß euch, Ich kann die in Heiko’s Artikel geschilderte Situation sehr gut nachempfinden, da ich sie selbst tag täglich erlebe. „Sie hat’s nur gut gemeint“ „sie braucht vielleicht selbst Hilfe“ „Sie kann sich halt nicht vorstellen, wie der arme, bemitleidenswerte blinde junge Mann die Tür der Bahn findet“ Solche Aussagen halte ich absolut nicht aus. Man stelle sich als nicht behinderter Mensch vor: Jemand kommt an, und möchte einem auf der Straße einen Flyer in die Hand drücken, eine Zeitschrift verkaufen. „Nein danke“ eine Reaktion, wenn man keine Zeitschrift kaufen möchte, bzw. keinen Flyer in die Hand gedrückt bekommen möchte. Von einem „Nein danke“ erwartet man, dass es vom gegenüber akzeptiert wird, und man danach in Ruhe gelassen wird. Wenn der Zeitschriftenverkäufer aber hartnäckig ist, lässt er Sie nicht mit einem „Nein danke“ entkommen, sondern setzt sich darüber hinweg, belagert bzw. belästigt Sie weiter. Wie gefällt Ihnen das? Das „Nein danke“ einfach nicht akzeptiert, respektlos übergangen, einfach niedergemacht. Kaufen Sie doch diese Zeitschrift, stehen doch so tolle Sachen drin, kostet ja nur 3 Euro, Umweltschohnendes Papier… Blablabla. Aber nee, wieso glauben Sie, Sie werden den mit einem „Nein danke“ einfach los? Sie müssen ihm schon erklären, dass sie jetzt gerade in diesem Moment nicht in der Lage sind, diese Zeitschrift zu kaufen, weil sie eigentlich nur am Weg zum Kaffee bei Freunden sind, aber leider halt deshalb keine Geldtasche dabei haben, weil beim Kaffee bei Ihren Freunden brauchen Sie ja keine Geldtasche, und weil Sie ja jetzt kein Geld dabei haben, können Sie Ihm nichts abkaufen. Wen interessiert das? Nein =nein, wer das nicht versteht soll es im Duden nachschlagen und das danke hinten dran, ist halt die Höflichkeitsform dazu.
Deto bei angebotener Hilfe: „Nein danke, ich komme schon klar“ Für mich, wenn ich morgens um 6 unterwegs zum Frühdienst bin, eine wahnsinns langer Satz. Der muss reichen! Auch ich habe schon älteren Personen in der Straßenbahn Sitzplätze angeboten, weil die, sogar für eine blinde völlig offensichtlich sich beim Stehen geplagt haben. Aber wenn mein Angebot abgelehnt wurde, dann ist es nicht mein Problem. Im Gegenteil, ich kann sitzen bleiben und der erwachsene Mensch, der selbst und eigenverantwortlich mit einem aus meiner Sicht schlechten Stehvermögen in der Straßenbahn stehen möchte, soll dies doch bitte um Himmels Willen tun! Ich urteile über das Stehvermögen eines Anderen, vielleicht empfindet der jenige es nicht so. Ich denke mir, ich wäre froh über einen sitzplatz, wenn ich mich beim Stehen so anstrenge, aber er empfindet es vielleicht anders, oder hat weiß Gott welche anderen Motive, den von mir angebotenen Sitzplatz abzulehnen. Ist nicht mein Problem, weil ich die Antwort des Anderen so akzeptiere, wie ich sie bekomme und mich nicht weiter aufdränge. Wozu auch, ich weiß ja, wie man sich dabei fühlt.
Daher denke ich auch: viele, die solche Situationen nicht kennen, bzw. die Tragweite dessen, wenn man immer damit konfrontiert wird, absolut nicht einschätzen können, den Frust der sich bei einer solch respektlosen Ignoranz aufbaut, die sollten darüber mal nachdenken, wie sie sich selbst dabei fühlen würden, über die Wertschätzung eines Gegenübers, bevor Sprüche wie: „War ja nur gut gemeint“ vom Stapel gelassen werden.
Ich meins auch gut, wenn ich jemandem Hilfe anbiete, wenn sie abgelehnt wird, brauche ich mich dabei nicht schlecht zu fühlen – wozu? Wieso muss ich da noch nachbohren? Wieso muss ich da aufdringlich werden, nur weil ich mir nicht vorstellen kann, dass jemand mit einer Behinderung dies oder jenes alleine bewältigen kann?
Ich wurde erst unlängst von einer angeblich helfenden Hand, ohne Vorwarnung, in der fahrenden Straßenbahn am Rucksack gepackt und mit eienr Wucht auf einen Sitzplatz geschleudert. Das waren nicht nur höllische Schmerzen, nachdem der Schock nachließ, sondern ich habe auch meine Haltestelle verpasst, weil ich nicht gleich aufstehen konnte. Weil ich es gewagt habe, diesen mir angebotenen Sitzplatz mit einem „Nein danke, bin grad 5 Stunden im Zug gesessen. Außerdem fahre ich ja nur zwei Stationen“ abzulehnen. Warum soll ich für zwei Stationen sitzen, wenn ich grad eine ewig lange sitzende Zugfahrt hinter mir habe? Also eine Flut an Rechtfertigungen sogar, warum ich nicht sitzen möchte, scheiß egal, das wurde nicht respektiert.
Ich freue mich über angebotene Hilfe, wenn ich sie benötige, und ich freue mich, wenn jemand akzeptiert, dass ich gerade keine Hilfe benötige. Ich hasse es, wenn über meinen Kopf hinweg entschieden wird, dass ich gerade jetzt Hilfe benötige, ich auf diese Art entmündigt werde, weil diese helfenden Hände vorrübergehend an einer Hörbehinderung leiden, die meine Worte nicht zu ihnen durchdringen lässt, und ich dann mal kräftig angepackt werde und irgendwo lande, wo ich absolut nicht mehr weiter weiß, weil ich grad schön rund um gedreht wurde.
Dann muss ich erst wieder jemanden um Hilfe fragen. Toll!
Lange Rede, kurzer Sinn: Richtig helfen: die Person, die aus Ihrer Sicht Hilfe benötigen könnte direkt ansprechen, und die gegebene Antwort akzeptieren. Dazu brauch ich keine Erfahrung mit behinderten Menschen, dazu reicht der Hausverstand!
Lieben Gruß
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Sehr interessanter Beitrag!
Schöne Seite. Gute „Tips/Verhaltensweisen“ (ich bin nicht behindert)
ABER: die Schriftart deiner Seite ist definif zu klein, tu ich mich als Sehender schon schwer! (ja ich weiss, man kann auch zoomen)
grüße tobi
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Hallo.
Ich bringe mal einen anderen Aspekt in die Runde.
Meiner Meinung nach ist ein Problem auch bei allen andern Menschen, sich nicht in den anderen hinein versetzen zu können.
Ich sehe doch nur meinen Standpunkt und meine Wahrheit.
Wenn ich die andere Wahrheit erleben und begreifen möchte, muß ich daran Teil haben.
Also vielleicht sitze ich demnächst mal neben jemanden. Ob der nun eine Beeinträchtigung hat, ist dabei nicht wichtig.
Da könnte ich ihn ja fragen, wie sein Tag war, was er so für Hobbys hat oder so.
Vielleicht kann ich ja in diesem Moment irgend etwas von ihm lernen.
Zum Beispiel, wie es sich anhört, wenn irgendwo eine Tür aufgeht oder wenn viele Unbekannte reden.
Möglicherweise höre ich das nächste Mal auch genauer hin und nehme meine Umgebung ganz anders wahr.
Ich wünsche dir, Heiko und allen anderen viel Spaß, Erfolg und ganz viel Energie.
Ciao Claus
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Hey du, ich bin gerade auf deinen Block gestoßen und habe deinen Kommentar zu der alten Dame mit der Ubahn und so gelesen. Ich muss sagen ich finde es schade, dass du es so siehst. So „abwertend“, wenn dir jemand helfen will. Ich selbst frage auch oft, ob ich jemandem helfen kann. Egal ob er nun blind ist, ob er alt ist, ob er im Rollstuhl sitzt. Ich finde das sollte man einfach so machen. Man sollte respektvoll im Umgang mit anderen Menschen in der Gesellschaft sein, ganz egal ob sie „gesund“ sind oder eine Behinderung haben oder sonst irgendwie den Anschein machen, als wenn sie Hilfe bräuchten. Auch einer Mutter mit einem Kind biete ich oftmals meinen Sitzplatz an. Was wäre das denn für eine Welt, in der man sich komplett ignorieren und nur an sich selbst denken würde? Sei doch lieber froh, dass andere Menschen dich wahrnehmen. Du sagst zwar, du wärst genervt, du möchtest nach einem Tag im Büro auch gerne mal stehen. Das kann aber doch ein anderer nicht wissen. Das hat nichts mit „nur weil ich eine Behinderung habe soll ich mich erklären oder rechtfertigen“ zu tun, das hat mit Kommunikation im Allgemeinen zu tun, um Missverständnisse zu vermeiden. Seh doch nicht alles so eng und reduziere alles auf „Ich habe eine Behinderung, deswegen darf ich dinge anders und kritischer sehen und alle anderen meinen es ja gar nicht gut mit mir“…
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Also muss muss man sich allen dahergelaufenen Leuten komplett erklären? Wo kommen wir denn da hin? Hab gehört da soll es sowas wie Privatsphäre geben… Schließlich sollten Menschen mit einer Behinderung ja auch selbst wissen wann sie Hilfe brauchen oder wann sie sie in Anspruch nehmen wollen (Menschen mit geistiger Behinderung schließe ich nicht zwingend ein hier – will hier nicht noch mehr „MeckerBasis“ liefern). Und wenn nicht… Dann halt nicht!
Bin genau deiner Meinung Heiko
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Hilfreiche Tipps für Sehende zum Umgang mit Blinden gibt der Ratgeber des DBSV „Nicht so – sondern so“, zum Runterladen auf http://www.helfen.dbsv.org
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Hallo Herr Kunert,
ich wollte fragen, ob ich Ihre Erfahrung mit dieser Dame am Bahnsteig in meiner Klasse vorlesen darf. Ich unterrichte gerade das Thema „Leben mit Behinderungen“ in einer 5. Klasse und würde gerne Ihren Bericht als Aufhänger nutzen, um mit den Schülern den Umgang mit behinderten Menschen zu erarbeiten…
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@ Benjamin Folkerts: Sehr gern! Ihnen und Ihrer Klasse eine spannende Diskussion!
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Hallo Zusammen!
Ich kann verstehen wie sich Herr Kuhnert in dieser Situation gefühlt hat. Mit geht es mehrmals am Tag genauso. Ich kann auch verstehen wieso manche Menschen mit Behinderung auf die Frage: „Kann ich ihnen helfen“ pampig reagieren. Ich sitze im Rollstuhl. Ich erlebe sehr oft das wild fremde Menschen in der Anbsicht mir zu helfen ohne das es einen Grund dafür gibt, plötzlich in meinem Rücksack wühlen, mir meinen Einkaufswagen weg nehmen, mich von einer Tätigkeit weg stoßen oder mir beim Einsteigen in die U-Bahn oder den Bus einen kräftigen Stoß in den Rücken geben. Diese Menschen fragen nicht. Sie schauen nicht danach ob eine Hilfsbediftigkeit oder Stelbständigkeit vor liegt. Sie handeln nicht weil eine Hilfsbedürftigkeit vor liegt. Sie handeln weil sie einen Behinderten sehen. Wenn sie fragen und man „nein danke geht schon“ sagt, ignorieren sie es und helfen trotzdem. Wenn man „ja bitte gern“ sagt, helfen sie nicht nur in der benötigten Situation. Sie kleben an einem wie eine Klette und man wird diese Helfer gar nicht mehr los. Die Unfreundlichkeit mancher Behinderten ist ein Resultat von Aufdringlichkeit, Nötigung und Spießrutenlaufen. Um sich vor diesen Zwanghelfern zu schützen gibt es für manche Menschen mit Behinderung keine andere Alternative als unfreundlich zu sein. Das ist ein Selbstschutz, weil nie jemand ein greift wenn sie bedrängt und genötigt werden. Sehr oft werden Behinderte auch beschimpft wenn sie ihre Selbständigkeit einfordern und ihre Alltagsaktivitäten, wie gesunde Menschen auch, ohne fremde Hilfe erledigen möchten. Selbstverständlich ist das nicht. Die Gesellschaft erwartet von Menschen mit sichtbarer Behinderung das sie NICHT mit ihrer Behinderung zurecht kommen und unselbständig und hilfsbedürftig sind. Tatsächlich wird aber jeder Behinderte der ein Mobilitäts- und Selbständigkeitstraining durchlaufen hat, so lange trainiert, bis er von fremder Hilfe weitestgehend unabhängig und in seinem Alltag selbständig ist. Dies steht im krassen Gegensatz zu dem was die Gesellschaft von einem Behinderten erwartet. Menschen die kein Mobilitäts- und kein Selbständigkeitstraining durchlaufen haben, werden durch ihre Umgebung zu abhängigen und hilfsbedürftigen Menschen gemacht. Zu viel helfen jedoch nimmt Lebensqualität. Seölbständigkeit gibt Lebensqualität. Ich kenne mehere solcher armen Menschen. Deshalb finde ich eine gesellschaftliche Aufklärung wie Herr Kuhnert sie anstrebt nicht nur äußerst wichtig, sondern sogar obligatorisch. Wir alle sollten dazu beitragen das nur dort geholfen wird, wo Hilfe benötigt wird und erwünscht ist und das Behinderte ermutigt werden, denen die aufdringlich werden, freundlich ihre Meinung zu sagen. Nur durch Aufklärung können wir die Gesellschaft ändern und die Menschen dazu bringen, uns Menschen mit Behinderung so zu akzeptieren wie wir wirklich sind. Nämlich genauso verschieden wie gesunde Menschen. Der eine kann mehr und der andere kann weniger. Doch eines haben Behinderte und Nichtbehinderte gemeinsam. Sie versuchen das Beste aus ihrer Situation zu machen und auch dort zurecht zu kommen, wo sie an ihre Grenzen stoßen. Wir alle lieben das Leben, so wie es gerade ist. Diese Botschaft gilt es zu vermitteln und zwar überall auf der Welt.
Gruß Christinchen
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Ich hatte gerade eine ähnliche Situation nur das ich die „alte Dame“ war.
Folgende Situation:
Ich wenn ich zur Uni fahre dann befindet sich ab und zu ein blinder Kommolitone mit im Bus. Um von der Bushaltestelle zur Uni zu kommen muss man eine teilweise recht stark befahrene Straße ohne Ampel überqueren. Er macht eigentlich einen recht sicheren Eindruck, aber neulich ist mir aufgefallen, dass er sehr lange an der Bushaltestelle stand und horchte ob Autos kommen. Ich war damals schon fast beim Eingang der Uni (die Bushaltestelle ist eine ganze Weile auf dem Weg zum Eingang einsehbar) und bin dann nicht zurück gegangen und habe mich damals schon gefragt ob ich ihm nicht hätte über die Straße helfen sollen. Heute war wieder die selbe Situation, wir stiegen aus dem Bus aus und die Straße war recht befahren. Diesmal bin ich an ihn herangetreten und habe „Hallo, soll ich dir über die Straße helfen?“ gefragt. Als Antwort bekam ich dann ein ziemlich patziges „Kennen wir uns, du Clown?!“. Ich antwortete dann nur „Ok, dann nicht.“ und bin über die Straße gegangen. Er stand dann wieder eine ganze Zeit da und hat gewartet.
Ich hatte ihn schon ein paar mal gesehen wie er von anderen Studenten in der Uni geführt wurde und hatte mir nun bei meinem Hilfsangebot nichts weiter gedacht. Ich hatte auch nicht das Gefühl, dass ich ihm die Hilfe auftränge. Aber man kann doch eigentlich beim erstmal noch mit einem freundlichen „Nein, Danke. Ich komme schon klar.“ antworten. Bin ich da in irgendein Fettnäpfchen getreten oder hatte er einfach nur nen schlechten Tag?
Ich finde sowas schreckt einen dann auch immer davon ab jemand anders seine Hilfe anzubieten und wenn ich wieder einen Blinden sehe der über die Straße will, dann muss ich sicherlich an mein Erlebnis heute Morgen denken.
Was meinen Sie zu seiner Reaktion?
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Hallo Sebastian,
ich kann mir gut vorstellen das Dich die Reaktion des blinden Mitstudenten üerascht und vieleicht sogar verletzt hat. Aber ich kann sie nachvollziehen. Nur weil ich nicht von selber darum bitte, da ich problemlos ohne fremde Hilfe zurecht komme, werde ich auf Grund meines Rollis pausenlos von (sorry) besserwisserischen Fußgängern (wieder sorry) mit Helfersyndrom gefragt ob ich Hilfe brauche. Sehr oft sogar in Situation in denen ich nichtstuend rum stehe und auf die grüne Ampel oder eine Freundin warte. Oft werde ich sogar gar nicht gefragt, sondern bekommte gesagt „Warum lassen sie sich denn nicht dabei helfen?“ oder „Lassen sie das sein ich mach das schon!“. Du warst bestimmt nicht der erste hilfsbereite Mensch, dem dieser blinde Mann an diesem Morgen begegnet ist. Wenn man nie normal sein darf, wenn man nie normale Dinge können darf ohne das sich ständig jemand genötigt fühlt sich ein zu mischen, dann kann es passieren das man schon mal mürrisch reagiert. Du als Gesunder siehst das vieleicht anders. Du hast es nur gut gemeint. Du wolltest nur helfen. Ich hingegen wäre froh wenn man mit meinem Rollstuhl nicht Hilfsbedürftigkeit und Alltagsprobleme asozieren würde. Ich habe nicht das Bedürfnis wieder laufen zu können. Aber ich habe eine große Sehnsucht danach nur einmal einen einzigen Tag unter Menschen gegen zu können, ohne das man mich bei jeder Begegnung an quatscht und mir bei ganz normalen Dingen, die jeder alleine kann, helfen möchte. Wenn mich jemand in einer Situation in der ich absolut souverän auftrete fragt, ob er mir helfen kann, dann sage ich, „Ja, mit nicht fragen und einen Behinderten in Ruhe lassen wenn er keine sichtbaren Pobleme hat!“. Für manch einen hört sich meine Antwort vieleicht frech oder patzig an, aber für uns Betroffene gibt es nichts erholungsameres als nicht angesprochen und in Ruhe gelassen zu werden. So wie es in unserem gesunden Leben einmal war. 😉
Schöne Grüße Christinchen
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@Christinchen
Klar mich würde es auch stören wenn ich irgendwo stehen würde und dauernt angesprochen werden würde. Mir geht es ja auch nicht darum das er meine Hilfe abgelehnt hat. Ich denke aber ein Blinder mit Blindenstock am Rand einer befahrenen Straße und auf Autos horchend ist das klassische „sichtbare Problem“. Woran soll man denn erkennen, ob er sich über Hilfe freut oder angepisst reagiert?
Wenn du z.B. in den Bus oder die (U-)Bahn willst und es aber wegen einer Stufe nicht klappt und du auch nach ein paar Versuchen nicht reinkommst. Würdest du dann auch so reagieren wenn jemand fragt ob er dir helfen kann, selbst wenn du es alleine weiter probieren willst? Natürlich kannst du die Hilfe ablehnen aber ich denke der Ton macht da die Musik. Weil im Zweifel ist der den du dann gerade eine schlecht gelaunte Antwort gegeben hast, der der beim nächsten mal einem anderen Behinderten nicht hilft, obwohl er vielleicht Hilfe benötigt.
Ich würde mir wünschen wenn man als Hilfe anbietende Person auch mit soviel Respekt behandelt wird, so dass man wenigstens beim ersten Nachfragen nicht gleich dumm angemacht wird.
Grüße Sebastian
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@Sebastian,
Du fragst woran soll man denn erkennen, ob ein Behinderter sich über Hilfe freut oder angepisst reagiert? Ganz einfach, in dem man wartet bis der Behinderte Dich an spricht und um Hilfe bittet. 🙂
Das machst Du doch auch bei Gesunden so. Für den blinden Mann gab es wahrscheinlich gar keine hilfsbedürftige Situation. Er tat das was er immer macht. Warten auf eine passende Gelegenheit die Straße zu überqueren. Er war ja nicht alleine. Hätte er Probleme dabei gehabt, hätte er doch Passanten, die an ihm vorbei liefen, angesprochen oder Fahrgäste im Bus gefragt. Ich bin mir ziemlich sicher das dieser blinde Mann nur für Dich hilfsbedürftig aus sah. Für ihn selber gab es keine prekäre Situation. Er tat ja das was er immer an dieser Stelle macht. Nämlich an einem für ihn bekannten Überweg eine Straße überqueren. Du hast diese Situation für Dich bestimmt als hilfsbedürftig eingestuft, weil dieser blinde Mann sich keine Hilfe geholt hatte, obwohl er Gelegenheiten nicht nutzen konnte, in denen Du als Nichtblinder schon längst rüber gegangen wärst. Doch ein Blinder sieht die Lücke zum Überqueren nicht und deshalb überquert er die Straße anders als Du. Sein Zögern ist nur für Dich ein Ausdruck von Überforderung. Für ihn gehört das Zögern zu seiner Alltagskompetenz.
Wir Deutschen müssen lernen uns nicht ein zu mischen, auch wenn es uns in den Fingern juckt. Wenn Du etwas tust das Dir schwer fällt, Dich aber nicht ins Straucheln bringt, bittest Du doch auch nur dann um Hilfe, wenn Du der Meinung bist das dies nötig ist. Die Zuschauer lassen Deinen Alleingang zu, weil sie sich sagen, der Sebastian weiß was er tut und wird sich schon melden wenn er Hilfe braucht. Doch sobald man eine Behinderung hat die die Gesellschaft mit Hilfsbedürftigkeit und Abhängigkeit asoziiert, erlebt man Tag täglich, daß fremde Menschen für einen diese Entscheidung ab nehmen. Menschen glauben das man in Schwierigkeiten ist, nur weil weil man etwas alleine macht oder es anders aus sieht als sie es gewohnt sind. Ich weiß Du hattest Dein Angebot gut gemeint und jetzt bist Du verunsichert. Vieleicht versuchst Du es mal mit Vertrauen. Vertraue in die Fähigeiten eines blinden Mannes der seinen Weg zur Uni wahrscheinlich schon im Schlaf kennt. Auch wenn er innerhalb der Uni ab und zu geführt wird, Möchte er nur Hilfe haben, wird er selber darum bittet. Irgend wann wäre ihm das Warten an der Straßenüberquerung zu lange geworden. Spätestens dann hätte er sich von alleine Hilfe geholt. 😉
Dir einen schönen Abend, Gruß Christinchen
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Ok ich kann nun erahnen wieso er die ggf. lange Wartezeit (Ausfallstraße an Rande eines Wohngebierts, quasi keine Passanten sonst, Bus alle 30min nur) der schnellen Überquerung vorzieht, aber ich finde seine Antwort trotzdem immernoch ziemlich daneben. Er hätte sich auch die 30 Sekunden Zeit nehmen können, die ich ja auch bereit war zu opfern, und die ganze Sache erklären können. Damit hätte er zu der Aufklärung beigetragen das behinderte Menschen keine Hilfe wollen außer sie Fragen danach und ich hätte mich nicht geärgert das ich überhaupt meine Hilfe angeboten habe.
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@Sebastian,
solche Antworten sind nicht nett. Da stimme ich Dir zu. Es ist aber ganz bestimmt nicht so das Behinderte keine Hilfe wollen. Aber sie wollen nur dann Hilfe wenn sie sichtbar in Not sind oder darum bitten. Wir wollen das unsere Selbständigkeit und Unabhängigkeit, die wir in der Reha oder autodidaktisch antrainiert haben, genauso selbstverständlich akzeptiert wird, wie bei einem gesunden Menschen, der wir früher einmal waren. Das Leben eines Behinderten ändert sich ja nicht nur körperlich. Er wird auch gesellschaftlich herab gestuft. Ihm wird die Teihabe am normalen Alltagsleben nicht mehr zugetraut . Und zwar nicht nur einmal, sondern unzählige mal, Tag für Tag. Pausenlos. Manchmal fragen Menschen wie Du sogar im Sekundentakt. Den einen wimmelt man ab und schon ist der nächste da. 😦 Das daraus das Gefühl erwächst einfach nur in Ruhe gelassen zu werden und Reaktionen enstehen die darauf abziehlen einen Anredner so schnell wie möglich wieder los zu werden, und zwar ohne Diskussion, mußt Du auch verstehen. Heiko Kuhnert beschrieb ja auf eine sehr schöne Weise, daß es nicht die Regel ist das ein Anredner mit einem freundlichen Nein Danke zufrieden zu stellen ist. Man muß sich in den meisten Fällen für sein Nein Danke rechtfertigen und dem Anfager groß und breit erklären wieso weshalb warum man ohne Hilfe weiter machen möchte. Nur dazu hat man nicht immer die Kraft und die Geduld. Niemand, möchte das ihm auf Schritt und Tritt die Selbständigkeit genommen wird. Auch Du nicht. 😉
Ich hoffe ich konnte Deinen Ärger in Verständnis umwandeln.
Schöne Grüße, Christinchen
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Man könnte die unfähigen Helfer in Klassen einteilen.
1. Der „ewige Bewunderer“: Welcher Behinderte kennt das nicht? Da bietet jemand nur scheinbar eine Hilfe an, um dann gleich zu äußern, dass sie uns so bewundert, wie wir das alles machen und so. Ja, denkt man sich da. Hat dieser jemand in der unendlichen Bewunderung keine Zeit gehabt, um sich in dieses Thema einzuarbeiten? Hat er nicht. Und zwar, weil ihn das in Wirklichkeit 0 tangiert. Sonst wäre sein Interesse größer und seine Fragen wären auch spezifischer. Es handelt sich dabei um Scheinfragen, bei denen zur Beantwortung ein „Das ist ganz normal für mich.“ absolut ausreichend ist. Bei hartnäckigeren Exemplaren hilft ein dringendes Telefonat.
2. Der unfähige Missionar: Sie zeichnen sich vor allem durch eine bemerkenswerte Unkenntnis der Umgebung aus. Interessanterweise ziehen Sie auch nur Leute an, die selbst keine Ahnung haben und schnell weg müssen. Wenn man eh schon – von früheren Missionierungsversuchen – weiß, dass Jesus einem sehr liebt, gibt es auch keinen Grund, sich in der Nähe solcher Menschen länger aufzuhalten und auf Hilfe zu warten. Die kommt sicher nicht. Man braucht sich nämlich auch nicht davon beeindrucken zu lassen, dass Jesus gesagt haben soll, dass die Blinden sehen und die Tauben hören werden. Dass Tauben gut hören, weiß jeder aus dem Biologieunterricht. Geht es nicht um Tiere, was anzunehmen ist, da Sie in Religiösen Texten eher eine untergeordnete Stellung einnehmen, kann man davon ausgehen, dass damit diejenigen gemeint sind, die taub und blind für die frohe Bootschaft waren. Eine weitere Diskriminierung also, da Blind- und Taubheit mit Dummheit oder gar Arroganz gleichgesetzt werden. Warum sonst heilt er sie? Er könnte ja auch die Menschen dafür sensibilisieren.
3. Der stumme Helfer: Für einen außenstehenden mag es wie ein Überfall aussehenmit anschließender Verschleppung : Das Opfer wird einfach gepackt und irgendwo hingeschleift. Dabei sind es ganz nette Leute, sie wollen schließlich helfen. Ihr Motto: Ich weiß nicht, wohin du willst, aber ich bring dich schnell dort hin. Genauso schnell, wie sie gekommen sind, verschwinden sie auch wieder. Ihr Tag hat schließlich auch nur 24 Stunden, und nach der großartigen Hilfsleistung muss man schon selbst sehen, wie man wieder zurückkommt.
4. Der offene Liebhaber: Sofort fällt einem die geistige Unterentwicklung auf. Na gut, nicht so schlimm. Er kennt immerhin den Weg zur Haltestelle. War ja nicht so schlimm, denkt man sich, bis das bittere Ende kommt. Kurz vorm Abschied wird man nämlich noch lieb gestreichelt. Manchmal danken diese Menschen auch noch dafür, dass sie einem kennengelernt haben. In dem Moment empfindet man als Behinderter Mitleid für diese Person. Man kann nur hoffen, dass der Bus keine unerwartete Verspätung hat, sonst kann es sehr peinlich und sogar eklig werden. Mobilitätstrainer sollten ihre Klienten auf jeden Fall vor diesem Typ warnen.
5. Die stummen Nichthelfer: Tja. Ich bin blind. Wie sie aussehen, kann ich nicht sagen. Sie sind überzeugte nichthelfer. Sonst kann man nicht viel über diese Spezies sagen. Manche gehen auffällig laut, manche riechen komisch. Aber das unterscheidet sie nicht wesentlich von alle anderen Helfern. Auch hier ist nicht mit Hilfe zu rechnen. Keine Zeit verschwenden, einfach den nächsten anquatschen.
6. Der „Ich helfe dir, auch wenn du nicht hilfst!“-Typ. Die Frau im Artikel gehört zweifellos dazu. Vom Stummen helfer unterscheidet sich dieser Typ durch die Fähigkeit zum Sprechen. Manche exemplare belästigen einem mit ihren Vorstellungen von einem friedlichen Zusammenleben, andere erzählen, sie wollten nun guten Menschen werden, wieder andere übergießen einem mit mit Mitleid. Fast sehnt man sich schon nach dem stummen Helfer. Aber auch hier braucht man sich keineswegs diesem Typ ausgeliefert zu fühlen. Falls eindeutige Abwehrversuche Fehlschlagen, sollte man auf jeden Fall Rabiat werden. Der Einsatz von Hilfsmitteln, wie Blindenstücke, als Waffe empfiehlt sich nur bedingt.
7. Der „Ich helfe nie wieder“-Typ: Auch bei ihm ist die geistige Unterentwicklung nicht zu überhören. Sie ist jedoch nicht so ausgeprägt wie bei den Liebhabern. Mit ihm hat er jedoch die mangelnde Reflektionsfähigkeit seines Handelns gemein.
Er kann auch als stummer Nichthelfer auftreten und unterscheidet sich von ihm nur durch seine Motivation. Er begründet sein asoziales Handeln damit, dass er mal von einem Behinderten schief angeschaut wurde oder dass man ihn niedergebrüllt hat. Die geistige Unzulänglichkeit macht ihm die Neubewertung von Situation zu Situation unmöglich. Auch sonst äußern sich diese Menschen zu allen Themen auf Folgende Weise: Ich habe nichts gegen …, aber …“
Die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Für Schäden, die durch die Anwendung dieses Wissens entstehen, kann der Autor nicht haftbar gemacht werden. Rechtschreibfehler sind beabsichtigt.
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Moin Heiko, bin grade zufällig auf Dein Blog gekommen.
Ich arbeite in HH in der Nähe eines Blinden- und Sehbehinderten Vereins (Deines?) an der Hamburger Straße. Ich sehe oft Blinde oder Sehbehinderte, die aus der U-Bahn aussteigen und dann den Weg zum Verein nicht finden, oder die zur Hamburger Meile wollen und die Fußgängerbrücke verfehlen. Und Jedesmal habe ich den inneren Kampf: Sag‘ ich was oder sag‘ ich nichts? Kommt es blöd an? Also gehe ich hin und frage, ob ich helfen kann. Manche sagen ja, manche sagen nein, dann gehe ich weiter.
Obwohl ich verstehen kann, dass Dich die Omma in der U-Bahn genervt hat, fehlt mit im Artikel auch ein bisschen der Respekt von Deiner Seite. Du möchtest, dass sie Deine Wünsche respektiert, das hat sie nicht getan und das ist nicht ok. Aber Du weißt nicht, weshalb nicht. Vielleicht ist ihr Sohn auch blind. Oder sie weiß nicht, dass Blinde meistens auch so gut zurecht kommen. Oder sie stellt sich vor, wie es wäre, blind zu sein – wir Sehenden sind das nicht „gewöhnt“, für uns wäre eine Fahrt mit der U-Bahn ein Alptraum… wir wissen es nicht – Du weißt es nicht.
Und so denke ich, dass, obwohl Dein Frust verständlich ist – es auf beiden Seiten mehr Respekt geben sollte. Es ist vielleicht für beide Seiten immer noch nicht so einfach, „normal“ mit einander umzugehen (eigentlich ist es schon traurig, dass es überhaupt zwei Seiten gibt!) – und für „Geber“ und „Empfänger“ zu wissen, wo Hilfe aufhört und Mitleid anfängt.
PS: Re Weg zum Verein nicht finden – und weil Du ja der PR Mann bist. 😉 Vielleicht solltet Ihr publik machen, dass der Bürgersteig von der U Bahn zum Verein kurz vor dem Borstein eine geriffelte Markierung bis zum Verein hat…. das wissen ganz viele nicht und suchen nicht mit dem Stock danach.
Liebe Grüße
Mel
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