„Spiel mir das Lied vom Tod“ und die fehlende Barrierefreiheit im TV

Warum ich mich erst jetzt an den Film-Klassiker „Spiel mir das Lied vom Tod“ herangetraut hab, was Barrierefreiheit für blinde und sehbehinderte Menschen im TV ausmacht, warum es keine Hörfilme im Privatfernsehen gibt und warum es endlich gesetzliche Vorgaben braucht, all dies habe ich kürzlich im Samsung Germany Newsroom beantwortet. Ihr findet meinen Artikel unter folgendem Link: Wie schafft man Teilhabe im TV für blinde Menschen?

Theater All Inclusiv: Die Blinden Passagiere in Oldenburg in Holstein

Am kommenden Samstag, 19. Oktober 2019, findet in Oldenburg in Holstein ganztägig das Theater-Festival Theater All Inclusiv statt. Auch unser blind-sehendes Ensemble „Blinde Passagiere“ wird dabei sein. Ihr könnt uns um 15 Uhr live erleben. Wir spielen einen Auszug aus unserem aktuellen Stück „Roter Rausch auf Cuba“. Ich freue mich auf euch!

Im VICE-Interview: E-Scooter als Gefahr für blinde Menschen

Seit rund zwei Monaten rollen sie jetzt hierzulande über Straßen, Rad- und leider immer wieder auch Gehwege. Und sie stehen mitten im Weg. Ich habe mit Niclas Seydack über E-Scooter gesprochen und wie sie blinden Menschen den Alltag erschweren und sogar zu einer Gefahr werden. Ihr findet das Interview auf vice.com.

Im Gedenken an Fräulein ReadOn

Mir ist Marie Sophie Hingst mit den Jahren ans Herz gewachsen. Ich mochte ihre melancholischen Texte in ihrem Blog, ihre Sprache, ihre Komik und ihre Menschlichkeit. Wir folgten uns auf Twitter. Sie war eine der Wenigen, die auf Twitter zuverlässig ihre Fotos mit einer Bildbeschreibung für blinde Menschen versahen. Sie hatte mich mal hierzu um Feedback gebeten. Meine Frau hatte hin und wieder Kontakt mit ihr, seit sie beim von Marie Sophie initiierten Hashtag #KunstgeschichteAlsBrotbelag mitgemacht hatte und es auch in das gleichnamige Buch geschafft hatte. Marie Sophie, das Fräulein ReadOn, fragte im Januar, ob sie jemand bei der Goldenen-Blogger-Verleihung vertreten könne. #KunstgeschichteAlsBrotbelag war als Hashtag des Jahres nominiert. Meine Frau hatte Lust, und so fuhren wir Dank Marie Sophie zur Verleihung nach Berlin. Bei unserer nächsten Dublin-Reise wollten wir drei uns auf einen Tee treffen. Hierzu wird es nicht mehr kommen. Marie Sophie wurde in dieser Woche begraben. Diese ganze traurige Geschichte, ihre schönen Texte, ihre Lügen, ihre wahrscheinlich erkrankte Seele, die Art und Weise wie herablassend manche nach ihrer Enttarnung über sie schrieben, auf Twitter oder im Spiegel, ihr wahrscheinlicher Selbstmord. Das alles beschäftigt mich, vielleicht mehr als es sollte. Aber es ist einfach so, man lernt Menschen im Internet kennen, nimmt wahrscheinlich noch viel weniger von ihnen wahr als im echten Leben, aber doch schimmern die Menschen hinter der digitalen Fassade durch. Und hinter ddem medialen Getöse um sie, hinter ihrem Lügen, hinter ihrer Literatur war Marie Sophie ein Mensch, den es jetzt nicht mehr gibt. Und ich werde das Gefühl nicht los, dass sie in einer humaneren Welt noch leben würde.

Ruhe in Frieden, Fräulein ReadOn!!!