Journalismus inklusiv: Freundliche Übernahme bei der taz

Menschen mit Behinderung sind im deutschen Journalismus unterrepräsentiert. Umso erfreulicher ist die Aktion der Tageszeitung taz, die am 2. Dezember 2016 eine komplette Ausgabe von Autorinnen und Autoren mit Behinderung schreiben ließ. Behinderte Fotografen lieferten das Bildmaterial. Die „freundliche Übernahme“ fand anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung statt und ist für den hiesigen Journalismus ein bedeutsames Signal für mehr Teilhabe auch am Medienbetrieb. Hoffentlich wird es zukünftig selbstverständlicher, dass Menschen mit Behinderung In Redaktionen und als freie Journalisten tätig sind – und das nicht nur als Autoren fürs Thema Behinderung.

Ich selbst durfte zur taz.mit Behinderung fünf Artikel beitragen: Sie befassten sich mit der Auswirkung einer Sehbehinderung auf die Angehörigen der Betroffenen, mit der mangelhaften Versorgung mit Blindenschriftbüchern, mit dem Fehlen von Barrierefreiheit im Web, mit Barrieren in Arztpraxen und mit ungewollten Berührungen im Alltag.

Herzlichen Dank an Leidmedien.de und die taz für dieses großartige Projekt!

Wie lesen blinde Menschen ein Buch?

Literatur ist ein Tor zur Welt. Sei es Sachliteratur, sei es Belletristik, Bücher liefern Wissen, regen das Denken an, bedeuten Emotion. Aber noch immer ist eine Vielzahl von Büchern für blinde Menschen nicht zugänglich und der Weg zur Literatur bis heute voller Barrieren. Nur ein Bruchteil der Neuerscheinungen wird aufgelesen, und ein noch viel geringerer Teil wird in Blindenschrift übersetzt. Dennoch öffnet der technische Fortschritt neue Wege.

Meinen vollständigen Artikel zum Thema „Literaturzugang für blinde Menschen – zwischen Braillebuch und Smartphoneapp“ finden Sie im Culture-Inclusive-Blog.

Interview: Was machen die da?

„Was machen die da?“, fragen die äußerst sympathischen Isabel Bogdan und Maximilian Buddenbohm in ihrem Interview-Projekt. Und die unterschiedlichsten Menschen haben diese einfache Frage schon meist sehr ausführlich beantwortet. Unter anderem kamen bereits eine Buchbinderin, ein Foodstylist und ein Moderator in der Stadtentwicklung zu Wort. Die mit reichlich Fotos illustrierten Interviews geben spannende Einblicke in ganz alltägliche Berufe, stellen Menschen vor, die für eine Idee, für ihr Hobby oder ihre Arbeit brennen – wirklich eine ganz wunderbare Website. Auch ich durfte berichten, was wir beim Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg machen. Das freut mich sehr. In dieser Woche ging der Artikel online. Sie finden ihn auf wasmachendieda.de.

Spenden-Aktion: Hard Rock Cafe unterstützt blinde und sehbehinderte Menschen

Die Politik spart im Sozialbereich. Einnahmen durch Spenden und Erbschaften sind tendenziell rückläufig. Geldanlagen bringen immer weniger Zinsen. Sprich: Es wird immer schwieriger, Angebote für blinde und sehbehinderte Menschen zu finanzieren. Zum Glück gibt es auch positive Nachrichten: Das Hard Rock Cafe Hamburg hat anlässlich seines ersten Geburtstages Schecks an gemeinnützige Organisationen übergeben. Darunter war auch der Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg. Erstmals in der weltweiten Hard-Rock-Cafe-Geschichte gibt es – exklusiv in Hamburg – einen Pin mit Brailleschrift. 25% des Verkaufserlöses gehen an unsere Selbsthilfe-Organisation. Das macht 1.200 Euro. Und weil das Hard Rock Cafe Marseille von dieser Aktion so begeistert war, legte es gleich noch 1.500 Euro oben drauf. Ich bedanke mich ganz herzlich im Namen unseres Vereins für diese tolle Unterstützung. Spenden wie diese ermöglichen es uns, blinden und sehbehinderten Menschen – von Kindern bis Senioren – in ihrem Alltag zu helfen, Freizeit- und Kulturangebote für sie zu schaffen und uns öffentlichkeitswirksam für mehr Barrierefreiheit in Hamburg stark zu machen. Wenn auch Sie helfen möchten, auf der BSVH-Spendenseite können Sie uns unterstützen.