Blog über Inklusion: Für mehr Akzeptanz und Respekt

Inklusion ist ein etwas sperriger Begriff. Hinter ihm verbirgt sich aber eine Revolution im Verständnis von Behinderung. Die Aktion Mensch hat eine Kampagne gestartet, die den Begriff Inklusion konkret werden lässt. Mit Plakaten, Anzeigen und einer Website wirbt die Aktion Mensch für gesellschaftliche Teilhabe und Barrierefreiheit – und sie zeigt, dass Menschen mit Behinderung ein wichtiger und wertvoller Teil unserer Gesellschaft sind.

In dieser Woche ging das Blog zur Kampagne online. In ihm schreiben die Journalistin Anette Frisch, die Autorin Carina Kühne und ich über Inklusion. Die Idee dahinter:

Das Ziel dieses Blogs ist es, das Thema Inklusion für alle Menschen nachvollziehbar und erlebbar zu machen. Beispielsweise indem wir über aktuelle Trends berichten und über persönliche Erlebnisse erzählen, die gut oder auch schlecht sind/waren. (…) Wir möchten zeigen, dass Inklusion bereits stattfindet, dass es schon positive Beispiele gibt. Wir werden aber auch Kritik äußern, wenn es angebracht ist. Was wir damit erreichen wollen? Mehr Menschen, die sich für Inklusion einsetzen – denn mehr Akzeptanz und Respekt ist eine Sache die die ganze Gesellschaft bereichert

Mein erster Post im Blog befasst sich mit der Inklusion in der Schule. Und Sie finden ein Interview mit Verena Bentele. Wenn Sie mögen, empfehlen Sie uns gern weiter.

Foto-Blog: Bildbeschreibungen für Blinde und die trügerische Gewissheit der Sehenden

Nachdem ich kürzlich über das Fotoprojekt „Blind“ von Kilian Foerster berichtet habe, möchte ich Ihnen heute ein interessantes Blog vorstellen. Hier geht es ebenfalls um Fotos – und um Bildbeschreibungen. Die Macher von bildbeschreibungen.wordpress.com schreiben über ihre Idee:

Wir verstehen uns als Service: Blinde schicken uns ihre Bilder, die ihnen unsere Autoren dann beschreiben.

Auch Blinde leben in einer Welt voller Bilder. Wir möchten den Kreis der Menschen erweitern, an die sie sich wenden können, wenn sie wissen wollen, was auf diesen Bildern zu sehen ist.

Wenn Sie blind sind, laden wir Sie ein, uns Fotos zu schicken, die wir für Sie beschreiben sollen. Sie können uns das Bild einfach per E-Mail schicken: bildbeschreibungen@googlemail.com Dazu bitte jeweils eine kurze Mitteilung, warum Sie das betreffende Foto beschrieben haben möchten oder wie Sie dazu gekommen sind usw.

Außerdem möchten wir alle, die uns ein Foto ihrer Wahl schicken, bitten, uns zusätzlich ein Bild zu schicken, das den Blick aus ihrem Fenster zeigt. Zu hause oder an der Arbeit, dort wo Sie sich viel aufhalten, dort wo sie gern sitzen.

Wenn Sie sehend sind und wenn Sie gern Bildbeschreibungen verfassen, laden wir Sie ein, bei uns mitzumachen. Melden Sie sich bei uns!

Über die Kommentarfunktion können die Blinden dann Rückfragen stellen, um mit den Autoren der Bildbeschreibungen einen Dialog zu beginnen. Oder sie können eventuell über ihre Wahrnehmung der jeweiligen Situation berichten, in der das Bild entstanden ist. Oder sie erzählen vielleicht, was jemand anderes ihnen über das Bild gesagt hat. So erfahren wir etwas darüber, was an einem Bild wichtig und interessant ist.

Der Dialog ist uns sehr wichtig. So reifen die Bildbeschreibungen sozusagen nach und wir ahnen langsam, daß die unmittelbare Gewißheit der Selbstverständlichkeit, die ein Foto einem sehenden Betrachter gibt, trügerisch ist.

Das klingt spannend. Ich hoffe, dass viele Fotos eingesandt werden und sich viele Bild-Beschreiber finden werden. Ist das nicht auch etwas für Sie?

Vielen Dank an Andrea Eberl, die den Link heute über ihren Mailverteiler verschickt hat.

Zwischen Einschränkung und Barrierefreiheit: Was fällt Dir zu Blindheit ein?

Welche fünf Begriffe fallen Dir spontan zum Thema „Blindheit“ ein? Diese Frage stellte ich meinen Followern bei Formspring.me. Das sind die Antworten:

  • Christiane: Braille, Barrierefreiheit, Blindenhund, Langstock, Hörfilm
  • Wissensagentur: Dunkelheit, eingeschränkt, Brille, Stock, Hund
  • Bosch: Sehen, Hören, Fühlen, Kopfkino, Barrierefreiheit
  • jaimelavieee: Einschränkung, Blindenschrift, Einfühlsamkeit, Blindenzeichen, Fantasie
  • TheaterFedeli: theater (hat wohl mit dir zu tun :-)), blindenhund, Stock, respekt, bewunderung
  • Solnetwork: Braille, Fußgänger-Navigationssystem, elektronischer Blindenstock, Spracherkennung, Netzhaut-Implantat
  • Oltersdorf: Hören, Fühlen, „energetisch Sehen“, Langsamer, Hände
  • Zellmi: Sehen, Barrierefreiheit, Blindenzentrum meiner FH, Orientierung, Hund
  • WaterkantRoyal: „Dialog im Dunkeln“, „Braille Schrift“, „Blindenhund“, „Geräusche machen beim Vorbeigehen“, „keine sozialen Einschränkungen“
  • KuechenKonzerte: kuh, hund, stock, dialog im dunkeln, brille
  • MayaBirken: Mit Blindheit geschlagen, Blinde Kuh spielen, Blindtext, klackende Ampel, Dunkelheit
  • Michaelafn: Nichts sehen, Dunkelheit, Einschränkung, Geräusche / Gehör, Sinne
  • Gedankenstuecke: Hund, Stock, Ampeln, Braille, Echolokation

Und welche fünf Begriffe fallen Ihnen spontan zum Thema Blindheit ein?

Hörtipp: Wohnen mit Behinderung – WG statt Heim

Wie möchten Sie wohnen – allein, zu zweit, zu dritt? Diese zentrale Lebensentscheidung konnten und können viele Menschen mit einer Behinderung nicht fällen – oder besser: sie dürfen es nicht. Stattdessen verbringen sie ihr Leben in Heimen, Heime mit festen Essens- und Schlafenszeiten und überlastetem Personal. Ihnen fehlen Rückzugsräume im Alltag, Privatsphäre und Eigenständigkeit. Je schwerer die Behinderung ist, desto wahrscheinlicher ist die Heimunterbringung.

Immer mehr schwerbehinderte Menschen halten diese Realität nicht mehr aus. Sie treten den Marsch aus den Institutionen an, hin zu mehr Selbstständigkeit. Das Schlagwort hierfür ist die persönliche Assistenz. Der Mensch mit Handicap wird zum Arbeitgeber und Experten in eigener Sache. Sein Assistent hilft ihm im Alltag. Deutschlandradio Kultur hat in einem hörenswerten Feature drei Geschwister besucht. Sie sind blind, sitzen im Rollstuhl, haben zunehmend Schwierigkeiten zu sprechen – und sie haben eine WG gegründet, persönliche Assistenten eingestellt und sie genießen endlich ein selbstbestimmtes Leben.

Die Sendung Von Eva Hillebrand. lief bereits am 4. Juli in der Reihe Zeitfragen unter dem Titel „Jetzt bestimme ich – Persönliche Assistenz statt fremdbestimmter Behindertenhilfe“Sie kann auf der Homepage des Deutschlandradios angehört (MP3 oder Flash) und nachgelesen (PDF oder TXT) werden. Es lohnt sich.