Zu Gast bei 90,3: Inklusion in Hamburg

Wie weit sind wir eigentlich mit Inklusion und Barrierefreiheit in Hamburg und Deutschland? Wie oft begegnen sich Menschen mit und ohne Behinderung im Alltag? Welche Chancen haben behinderte Menschen auf dem Arbeitsmarkt? Und was ist von Bundesteilhabegesetz zu halten? Diesen Fragen widmete sich NDR 90,3 am 14. November 2017 in der Sendung „Treffpunkt Hamburg“. Gäste der Sendung waren – neben meiner Wenigkeit – Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) und Stephanie Wuensch von der Stiftung Freundeskreis Ochsenzoll. Die von Jörn Straehler-Pohl moderierte Sendung kann aktuell auf ndr.de nachgehört werden.

Rückmeldungen zur Sendung sind hier in den Kommentaren oder per E-Mail herzlich willkommen!

Theater und Politik: Zusammen in Barmbek-Süd

Im Rahmen der großartigen Themenwoche „Zusammen in Barmbek-Süd – Barrieren überwinden“ darf auch ich zweimal die Bühne betreten: Zunächst am Samstag, 24. Juni 2017, endlich mal wieder mit dem Theater-Ensemble „Blinde Passagiere“. Wir zeigen unser aktuelles Programm „Auf in die neue Welt!“ mit Songs der 50er Jahre.

Politisch wird es am Montag, 26. Juni. Dann diskutiere ich über Barrierefreiheit und Inklusion. Mit mir auf dem Podium sind Regina Jäck, Fachsprecherin für Menschen mit Behinderung in der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Evelyn Schön, die mit ihrer Seminarwerkstatt Peer-Counseling macht, und Nico Schröder, Fachamtsleiter Sozialraummanagement im Bezirk Hamburg-Nord. Klaus Becker vom Inklusionsbüro Hamburg moderiert die Veranstaltung. Beginn ist um 19 Uhr. Veranstaltungsort ist auch am Montag das Barmbek°Basch.

Vielleicht habt Ihr ja Lust vorbeizuschauen. Mich würd’s freuen. Das gesamte Programm der Themenwoche findet Ihr hier.

Journalismus inklusiv: Freundliche Übernahme bei der taz

Menschen mit Behinderung sind im deutschen Journalismus unterrepräsentiert. Umso erfreulicher ist die Aktion der Tageszeitung taz, die am 2. Dezember 2016 eine komplette Ausgabe von Autorinnen und Autoren mit Behinderung schreiben ließ. Behinderte Fotografen lieferten das Bildmaterial. Die „freundliche Übernahme“ fand anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung statt und ist für den hiesigen Journalismus ein bedeutsames Signal für mehr Teilhabe auch am Medienbetrieb. Hoffentlich wird es zukünftig selbstverständlicher, dass Menschen mit Behinderung In Redaktionen und als freie Journalisten tätig sind – und das nicht nur als Autoren fürs Thema Behinderung.

Ich selbst durfte zur taz.mit Behinderung fünf Artikel beitragen: Sie befassten sich mit der Auswirkung einer Sehbehinderung auf die Angehörigen der Betroffenen, mit der mangelhaften Versorgung mit Blindenschriftbüchern, mit dem Fehlen von Barrierefreiheit im Web, mit Barrieren in Arztpraxen und mit ungewollten Berührungen im Alltag.

Herzlichen Dank an Leidmedien.de und die taz für dieses großartige Projekt!

Olympia: Hamburg braucht die Paralympics

Mein Name im Olympiaclip am Hamburger Klubhaus
Heiko Kunert ist Feuer und Flamme

Dieses Land mit seinem in großen Teilen der Bevölkerung antiquierten Bild von Behinderung hat paralympische Spiele dringend nötig. Ich stimme daher beim Hamburger Volksentscheid mit ja.

Meiner persönlichen Meinung nach sind Olympia und Paralympics für Hamburg, Deutschland und die behinderten Menschen hierzulande eine große Chance. Sie werden Begegnungen ermöglichen. In den Stadien und in den Medien werden behinderte Sportlerinnen und Sportler sichtbar, die aktiv, ehrgeizig, lebensbejahend sind. Sie werden die üblichen Assoziationen – wie Hilflosigkeit und Mitleid – konterkarieren.

Sportstätten, ganze Stadtteile müssen barrierefrei umgebaut werden, eine große Chance, das Thema noch weiter in den Köpfen von Politik, Verwaltung, Planern und Bevölkerung zu verankern.

Viele Leserinnen und Leser werden jetzt sagen: Das Geld könnte sinnvoller eingesetzt werden – für Soziales, vielleicht sogar direkt für Menschen mit Behinderung. Aber glauben Sie wirklich, die Milliarden würden nach einem Nein beim Volksentscheid sodann direkt in den Sozialhaushalt Hamburgs fließen? Wohl kaum!

Die Journalistin Christiane Link stand den Paralympics immer kritisch gegenüber. 2012 erlebte sie Olympia und Paralympics in London. Ihr Fazit:

Nun habe ich wirklich Tage in Stadien und anderen Sportstätten verbracht und habe sehr viel von den Paralympics gesehen. Und meine Skepsis ist völlig gewichen. Die Paralympics sind großartig. Es hat Spaß gemacht, das alles zu erleben. Vor allem das Publikum hat das zu einem wahren Erlebnis gemacht. Ich bin sehr stolz auf die Briten. Die haben es wirklich rocken lassen. Aber die Frage, warum das zwei Veranstaltungen sind, wird für mich immer lauter: Ausverkaufte Spielstätten, ein begeistertes Publikum, super Berichterstattung im ganzen Land. Die Briten haben also gezeigt, dass die Paralympics nicht mehr stiefmütterlich neben den Olympischen Spielen ihr Dasein fristen müssen.

Bis Olympia und Paralympics zu einer einzigen Veranstaltung verschmelzen, wird es wohl leider noch eine Weile dauern, aber bis dahin freue ich mich auf Paralympics 2024 in Hamburg!