Podcast zum Fest: Der Traum der alten Eiche

Der vierte Advent steht kurz bevor. Bald ist Weihnachten. Wann, wenn nich jetzt, ist es Zeit für Märchen? Ein wunderschönes, nachdenkliches Weihnachtsmärchen stammt von Hans Christian Andersen. Es heißt „Der Traum der alten Eiche“. Und da man Märchen am besten vorgelesen bekommt und nicht am Bildschirm liest, habe ich das Lesen für Sie übernommen. Hier folgt eine Blind-PR-Premiere: erstmals können Sie hier einen Podcast hören. Ich wünsche viel Vergnügen! Hier geht es zur MP3-Datei: Der Traum der alten Eiche

Sonntagabend: Postmodern und ungefiltert

Sonntagabend: Zeit für einen launigen Text, frei heraus, was gerade einfällt, aus dem Bauch heraus. Das ist nicht so einfach, wenn dort ein tonnenschwerer Griechen-Kloß alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Eine Restaurant-Kritik vielleicht? Okay. Also: reichlich, frisch, lecker. Fertig.

Das ist ja jetzt auch nicht Post-füllend. Dann irgendwas über Advent, Nikolaus und so. Das geht immer. Hab ich aber noch nichts von mitgekriegt – einzige Ausnahme: der Pizza.de-Schokokalender, auch nicht gerad eine Offenbarung für meine Leser.

Dann eben ein Blind-Kultur-Eintrag. Hab neulich Ralph Giordano gesehen, im Kino, er hat interessante Sachen erzählt über… Puh, zu schwerer Stoff. Mein Magen ist voll – erwähnte ich das bereits? Ein andermal drüber schreiben? ist ja leider zeitlos das Thema.

Die bezaubernde Anna und ich haben heut gemeinsam Kunst gemacht. Ich hab Eis zerschlagen und in den Kanal geworfen, und sie hat’s gefilmt. Hm, wär eigentlich ein ganz cooler Sonntagabend-Eintrag, wenn ich den Film dazu hochladen könnte. Er ist nur leider noch ungeschnitten in der Kamera. Und was die Künstlerin damit aussagen will, schreibt sie wohl besser selbst.

Was ja auch immer gut ankommt sind regressive Geständnisse eines 33Jährigen: Ich hab dies Wochenende acht ALF-Folgen geguckt („Geguckt? Du kannst doch gar nicht gucken.“ „Das sag ich aber so.“ „Wieso?“ „Das sagt man halt so. Muss ich denn, nur weil ich nicht sehen kann, anders sprechen als Du?“), und ich freu mich schon auf das Erscheinen der zweiten Staffel am Freitag. Hm, zieht auch nichts vom Teller, oder?

Mein Nachbar trampelt über mir… Ich esse gerade Apfel… Ich möchte mit dem Zug von Berlin in die Mongolei fahren… Ich lese Dürrenmatts „Besuch der alten Dame“, in Ansätzen… Ich müsste mal was interessantes bloggen…

Es wird mir heut nicht mehr gelingen. Ich bin auf Ihre geistreichen Kommentare angewiesen. Einen produktiven Wochenstart wünscht Ihnen, Ihr Heiko Kunert

Blog-Wichteln: Blind-PR ist dabei

Im Radio läuft wieder „Last Christmas“. Bei zweistelligen Temperaturen bieten die Weihnachtsmärkte Glühwein. Die ersten Schoko-Adventskalender sind bereits geplündert. Aber die Adventszeit hat auch Überraschungen zu bieten. Bhuti lässt wichteln. Das allein wäre ja schon super, aber es kommt noch besser, Bhuti lässt Blog-wichteln. Jeder Teilnehmer schreibt einen Gastbeitrag für ein anderes Blog, das ihm zugelost wird, und erhält selbst einen Gastbeitrag von einer unbekannten Person. Das ist doch mal eine Welt-Idee.

Blog-Wichteln gab es wohl auch schon in den vorigen Jahren. Und nun nehme ich erstmals daran teil. Ich freue mich schon darauf, wenn ich plötzlich vor der Aufgabe stehe, einen Beitrag schreiben zu müssen, der in einem Blog erscheinen soll, der vielleicht primär aus Bildern besteht. Der Mensch braucht Herausforderungen.

Andererseits wird irgendein armer, unvorbereiteter Blogger in einigen Tagen vor der Aufgabe stehen, für Blind-PR einen Gastbeitrag schreiben zu müssen. Er wird vielleicht denken: „Was soll ich denn in einem Blinden-Blog schreiben?“. Er wird sich vielleicht durch meine Beiträge arbeiten, um eine Idee zu bekommen. Und vielleicht stößt er auf Texte, die ihn ein bisschen interessieren. Vielleicht entdeckt er zwischen den spezielleren Themen rund um Sehbehinderung und Blindheit den Autor der Zeilen, der sich für Musik und Literatur interessiert, der das Meer liebt und gern auf Reisen ist – und das, obwohl er blind ist. Dann hätte sich das Wichteln doch mehr als gelohnt.

Für alle Blogger, die noch mitmachen möchten: Morgen, am 27. November, endet die Anmeldefrist fürs Blog-Wichteln.

Keks meets Kultur

Neben der Feuerzangenbowle gibt es noch ein Weihnachtsritual für mich. Seit gefühlten Jahrzehnten veranstaltet Rheinhold am dritten Advent seine Keks-meets-Kultur-Feier. Das Konzept ist denkbar einfach und genial: am Nachmittag wird kollektiv Teig geknetet, wird derselbe mit Förmchen ausgestochen, werden Plätzchen gebacken. Und wenn die gesamte Runde vollkommen überzuckert ist von Keksen und Glühwein, dann zeigt jeder, was er kann. Die einen singen Bob Dylan und Tom Waits mit Gitarren-Begleitung. Die anderen spielen Tanzmusik vom Balkan und die Monkey-Island-Musik auf dem Akkordeon. Eigen-Kompositionen gehören ebenso zum immer überraschenden und inspirierenden Programm. Und gelesen wird auch. Neben eigenen Kurzgeschichten habe ich in diesem Jahr erstmals einen kleinen privaten Jahresrückblick vorgetragen, gespeist aus diesem Blog. Ein grandioses Editors-Konzert, die anrührende Hochzeit der Trevors und mein persönlicher Theater-Sommernachtstraum wurden im Kreise meiner Freunde und Bekannten noch einmal lebendig. Eigentlich schade, dass nur einmal im Jahr dritter Advent ist. Es ist schön, zu entdecken, was in den Menschen steckt. Und man vergisst manchmal, wieviel kulturelles Können einen im Alltag und persönlichen Umfeld umgibt.