Im Gedenken an Fräulein ReadOn

Mir ist Marie Sophie Hingst mit den Jahren ans Herz gewachsen. Ich mochte ihre melancholischen Texte in ihrem Blog, ihre Sprache, ihre Komik und ihre Menschlichkeit. Wir folgten uns auf Twitter. Sie war eine der Wenigen, die auf Twitter zuverlässig ihre Fotos mit einer Bildbeschreibung für blinde Menschen versahen. Sie hatte mich mal hierzu um Feedback gebeten. Meine Frau hatte hin und wieder Kontakt mit ihr, seit sie beim von Marie Sophie initiierten Hashtag #KunstgeschichteAlsBrotbelag mitgemacht hatte und es auch in das gleichnamige Buch geschafft hatte. Marie Sophie, das Fräulein ReadOn, fragte im Januar, ob sie jemand bei der Goldenen-Blogger-Verleihung vertreten könne. #KunstgeschichteAlsBrotbelag war als Hashtag des Jahres nominiert. Meine Frau hatte Lust, und so fuhren wir Dank Marie Sophie zur Verleihung nach Berlin. Bei unserer nächsten Dublin-Reise wollten wir drei uns auf einen Tee treffen. Hierzu wird es nicht mehr kommen. Marie Sophie wurde in dieser Woche begraben. Diese ganze traurige Geschichte, ihre schönen Texte, ihre Lügen, ihre wahrscheinlich erkrankte Seele, die Art und Weise wie herablassend manche nach ihrer Enttarnung über sie schrieben, auf Twitter oder im Spiegel, ihr wahrscheinlicher Selbstmord. Das alles beschäftigt mich, vielleicht mehr als es sollte. Aber es ist einfach so, man lernt Menschen im Internet kennen, nimmt wahrscheinlich noch viel weniger von ihnen wahr als im echten Leben, aber doch schimmern die Menschen hinter der digitalen Fassade durch. Und hinter ddem medialen Getöse um sie, hinter ihrem Lügen, hinter ihrer Literatur war Marie Sophie ein Mensch, den es jetzt nicht mehr gibt. Und ich werde das Gefühl nicht los, dass sie in einer humaneren Welt noch leben würde.

Ruhe in Frieden, Fräulein ReadOn!!!

Wieder auf der Bühne: Die Blinden Passagiere im Kalten Krieg

Am 22.6. hatte unser neues Musik-Theater-Abenteuer “Roter Rausch auf Cuba – Ein Singspiel im Trip der 60er” Premiere. Wir waren aufgeregt, ob unser Drei-Stunden-Stück beim Publikum ankommt, ob die Gags funktionieren, ob die musikalische Auswahl gefällt und ob bei uns der Text sitzt. Allerlei Lacher und viel Applaus waren die positive Antwort.

Zum Inhalt: Der alte Dampfer Tantici III landet versehentlich in den Fängen eines zwielichtigen Hafenkommandanten der kubanischen Hauptstadt Havanna im Jahr 1967 inmitten des Kalten Krieges. Plötzlich finden sich die Helden zwischen den Fronten der politischen Systeme und werden zum Spielball persönlicher Interessen. Kann es eine Hoffnung auf Zukunft geben? Wenn ja, welche? Und wohin führen die Geheimnisse, die sich plötzlich bei den Protagonisten auftun…?

Turbulent, schräg, überraschend gibt sich das neue und mittlerweile fünfte Stück von Blinde Passagiere – dem inklusiven Ensemble aus sehenden und blinden Schauspielerinnen und Schauspielern – und wie immer: entschieden musikalisch!

Es gibt noch zwei Möglichkeiten, den Roten Rausch im Hamburger Klabauter-Theater, Jungestr. 7a, zu erleben:

  • 6.7. (Samstag) – 20 bis 23 Uhr
  • 7.7. (Sonntag) – 18 bis 21 Uhr

Karten (€ 14 / erm. € 8) gibt es als Reservierung per mail an karten-klabauter@rauheshaus.de, telefonisch unter 040 – 253 046 313 (Mo – Fr 10 – 15 Uhr) und als Kauf online für die Samstagsaufführung hier und für Sonntag hier (zuzügl. Vorverkaufsgebühr).

Im Interview: Werft uns nicht alle in einen Topf!

Das unabhängige Verlagshaus Mediaplanet hat die Kampagne „Augenblick, bitte!“ veröffentlicht. Diese erschien am 28. März 2019 als Sonderpublikation innerhalb der Tageszeitung DIE WELT. Wer es nicht zum Kiosk geschafft hat, kann das Interview mit mir und alle anderen redaktionellen Inhalte ebenfalls unter gesunder-koerper.info nachlesen.

Blind Basketball spielen – #BirdBoxChallenge

Hintergrund-Infos zur Aktion und die Hörfilm-Versionen der Spots findet ihr unter birdboxchallenge.dbsv.org