Contao Konferenz: So surfen blinde Menschen

Barrierefreiheit ist zwar für viele Webentwickler kein Fremdwort mehr, dennoch bleiben die Accessibility-Regeln häufig abstrakt, da der persönliche Austausch mit behinderten Menschen fehlt. Daher war ich sehr erfreut über die Einladung zur Contao-Konferenz, auf der ich am Freitag (29. Mai 2015) zeigen konnte, wie ich als blinder Mensch das Internet nutze.

Zu diesem Anlass hat mich Dennis Thomas von der Lüneburger Landeszeitung interviewt. Einleitend schreibt er:

Wie man sich als Blinder im Internet bewegt, wissen die meisten Menschen nicht. Auch die Entwickler von Webseiten nicht. Bei der vom Lüneburger Joe Ray Gregory organisierten zweitägigen “Contao Konferenz 2015″ im Hotel Seminaris, die heute beginnt, wird als einer von 31 Referenten Heiko Kunert sprechen. Der Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenvereins Hamburg referiert vor den Teilnehmern aus dem Entwicklerbereich zum Thema “Blind im Netz Zwischen Freiheit und Barrieren”. Kunert ist seit dem siebten Lebensjahr blind. Im LZ-Interview berichtet er, wofür er als Blinder das Internet nutzt, welche Hilfsmittel er einsetzt und welche Schikanen ihn auf schlecht durchdachten Internetseiten besonders nerven.

Das vollständige Interview können sie auf landeszeitung.de nachlesen.

Bürgerschaftswahl 2015: Hamburgs Parteien über Barrierefreiheit im öffentlichen Raum

Die Parteien haben geantwortet. Wir vom Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg (BSVH) hatten ihnen zehn Fragen gestellt. Hier ihre Kernaussagen zum Thema Barrierefreiheit im öffentlichen Raum:

SPD: Wir wollen, dass die Hamburger U- und S-Bahnstationen bis Anfang der zwanziger Jahre barrierefrei sind. Zur Umsetzung der Barrierefreiheit werden wir die notwendigen finanziellen Mittel bereitstellen. Wir beginnen mit den hochausgelasteten Metrobuslinien im Rahmen des Programms zum Ausbau der Kapazität unserer Busse (Busbeschleunigung), zahlreiche Haltestellen wurden bereits barrierefrei umgerüstet. Neben der S-Bahn setzen wir uns dafür ein, dass es zukünftig auch in der U-Bahn Ansagen zur Ausstiegsseite gibt.

CDU: Die CDU wird sich deshalb auch weiterhin für den barrierefreien Ausbau von U- und S-Bahnhöfen in ganz Hamburg einsetzen. Hierzu gehören auch entsprechend barrierefrei zugängliche Fahrgastinformationen in und außerhalb der Fahrzeuge. Wir sprechen uns zudem für den Bau einer Niederflurstadtbahn aus, die ebenerdig und dadurch automatisch barrierefrei ist.

BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN: Monetäre Begründungen können kein Argument für ein Abweichen der Normen und Empfehlungen sein. Damit wirklich alle Menschen den öffentlichen Nahverkehr nutzen können, setzen wir uns dafür ein, auch die Bushaltestellen unter dem Inklusionsaspekt barrierefrei zu gestalten. Zur Zielfindung der Sehbehinderten sollten z.B. alle Fahrzeuge mit Außenlautsprechern ausgestattet werden und Linie sowie Zielbahnhof von Bus, Bahn und Schiff ausrufen.

FDP: Eine frühzeitige Beteiligung von Interessenvertretungen wie bspw. den Seniorenbeiräten oder dem Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg e.V. muss bei Baumaßnahmen im öffentlichen Raum obligatorisch sein. Dies gewährleistet die Berücksichtigung von Normen und Empfehlungen in der ersten Phase der Planungen und ermöglicht die zielgerichtete Umsetzung ihrer Forderungen, ohne erhebliche Mehrkosten zu verursachen.

DIE LINKE: Barrierefreiheit wird durch „angemessene Vorkehrungen“ ermöglicht, damit sind alle Maßnahmen gemeint, welche die Teilhabe behinderter Menschen ermöglichen, indem Hindernisse beseitigt werden. Die LINKE Hamburg vertritt in ihrem Wahlprogramm die Forderung, dass mangelnde angemessene Vorkehrungen als Diskriminierung im Gleichstellungsgesetz verankert werden sollen. Dann können sie nämlich auch eingeklagt und rechtlich geahndet werden.

Alle Fragen und Antworten finden Sie vollständig auf der Wahl-Sonderseite des BSVH.

Bürgerschaftswahl 2015: Das fordert der Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg

In Hamburg herrscht Wahlkampf. Am 15. Februar 2015 stimmen die Hamburgerinnen und Hamburger über die Zusammensetzung der Bürgerschaft ab. Damit die Belange blinder und sehbehinderter Menschen im Wahlkampf-Getöse nicht unter den Tisch fallen, haben wir vom BSVH sog. Wahlprüfsteine an Hamburgs Parteien versandt. In ihnen sind unsere politischen Standpunkte zusammengefasst. Und wir stellen ganz konkrete Fragen rund um Barrierefreiheit, Inklusion und Teilhabe. Die Antworten werden wir online veröffentlichen. Die Wahlprüfsteine finden Sie schon jetzt auf bsvh.org.

Barrierefreiheit in Kliniken: Patienten-Initiative präsentiert Vorschläge

„Menschen mit Behinderung im Krankenhaus: Wie zugänglich sind Hamburger Kliniken?“ Der Verein „Die Patienten-Initiative“ hat in den sieben Hamburger Asklepios-Kliniken den Praxis-Test gemacht. Am gestrigen Freitag wurden die ersten Erkenntnisse in einer Foto-Ausstellung präsentiert. Ich selbst habe bei der Eröffnungsfeier in der Asklepios Klinik Barmbek von meinen persönlichen Erfahrungen als blinder Patient in Krankenhäusern berichtet.

https://twitter.com/menschenbilder/status/533275033087791104