Junge Seite der SZ berichtet über #BarrierefreiPosten

„Social Media hat enormes Potenzial für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung“, sagt Heiko Kunert gegenüber jetzt. „Wir können uns dort auf Augenhöhe mit Menschen ohne Behinderung austauschen. Ich kann mich dort ebenso informieren wie sehende Menschen das tun.“ Die einzige Voraussetzung ist dabei aber ausschlaggebend: Die Posts müssen eben barrierefrei sein – und das sind sie oft nicht. „Viele Leute sind für das Thema nicht sensibilisiert. Oder sie haben Angst, dass das alles viel zu aufwendig sei.“

(Sophie Aschenbrenner berichtet auf jetzt.de, der jungen Seite der Süddeutschen Zeitung, über die Initiative #BarrierefreiPosten

Wie man erfolgreich Leser vergrault: Deutschland und barrierefreies Lesen

reisswolfblog

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

wenn eine Literaturkritikerin die Leserinnen und Leser in Deutschland unterschwellig beleidigt – wie in meinem gestrigen Beitrag zu lesen war -, dann ist das eine Sache. Dass der aufmerksame Beobachter derzeit betrachten kann, dass es Gruppen von Lesern gibt, denen von staatlicher Seite Knüppel zwischen die Beine geworfen werden, wenn es um den Zugang zu Literatur geht, ist nochmal eine ganz andere.

Reden wir also mal über die Marrakesch-Richtlinie. Die was? Die Marrakesch-Richtlinie! Ohne mit Gesetzestexten, Paragrafen und Fachchinesisch um mich zu werfen, versuche ich den Inhalt der Richtlinie mal vereinfachend runterzubrechen:

Die Marrakesch-Richtlinie sieht vor, lese- oder sehbehinderten Menschen den Zugang zur Literatur zu vereinfachen bzw. überhaupt erst zu ermöglichen. So soll es (Blinden-)Bibliotheken beispielsweise ermöglicht werden, Hörbuch- oder Brailleschriftausgaben von Büchern zu erstellen – das Ganze, ohne den Urheber befragen zu müssen – und diese dann lese- oder sehbehinderten Menschen zur Verfügung zu stellen. Angesichts…

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Dunkellesungen: „Barrierefreiheit und Inklusion in einem sehr spielerischen und vergnüglichen Rahmen“

Ich habe im Sommer vor dem Erscheinungstermin zufällig in einen Radiobericht gehört, dass nur ein verschwindend geringer Prozentsatz aller Bücher auch in Braille-Schrift für blinde oder sehbehinderte Menschen zur Verfügung steht. Daraufhin habe ich dem Verlag vorgeschlagen, dies beim Erscheinen des Buches zum Thema zu machen, indem wir diese speziellen Lesungen anbieten. Heiko ist selbst blind und liest die im Dunkeln spielenden Passagen vor. Natürlich bei möglichst vollständiger Dunkelheit im Saal. Das bietet sich bei einer Geistergeschichte geradezu an. Im anschließenden Gespräch erklären wir diesen Hintergrund und die Kinder haben Gelegenheit, uns beide zu befragen. Das nutzen sie meistens sehr unbefangen. So tragen wir das Thema Barrierefreiheit und Inklusion in einem sehr spielerischen und vergnüglichen Rahmen unters Volk. (…) Meistens wissen die Kinder vorher, dass es dunkel wird. Die Veranstalter werben mit dieser Besonderheit, das ist klar. Sie wissen allerdings nicht, dass Heiko blind ist. Das ahnen sie natürlich, aber ich beginne die Fragerunde am Ende immer mit der Frage, warum Heiko im Dunkeln lesen kann. Wenn wir nicht schnell genug das Licht ausmachen, motzen sie Kinder meistens. Die Dunkelheit ist eigentlich anschließend nicht das Thema. Im Vordergrund stehen die Fragen an Heiko. Wenn wir Zeit haben und nicht schon der nächste Vorleser in den Saal will, kommen da viele Fragen.

(Der Autor Frank Maria Reifenberg im Kathrineverdeen-Blog über unsere gemeinsamen Dunkellesungen für Kinder)

Ich möchte nicht, dass Ihr euch in mich hineinversetzt.

Markus spricht – so kann ich ruhigen Gewissens behaupten – sehr vielen blinden Menschen aus der Seele. Seinen Text kann ich hier nur wärmstens empfehlen!

Markus' bilinguale Website - manche Sachen auf Englisch, some in German

Inspiriert durch eine Diskussion in der Facebook-Gruppe Blindheit & Sehbehinderung – Infos und Austausch, möchte ich etwas loswerden. Uns Blinden möchte ich Mut zusprechen, und Euch Sehenden möchte ich einmal etwas sagen:

Ihr kleidet gern Euer Ungeschick in den Mantel der Unwissenheit und des „Mann kann sich ja nicht hineinversetzen, wie es ist, wenn man nichts sieht..“. Das stimmt. Man kann sich nicht hineinversetzen.

Man kann sich mal die Augen verbinden, man kann mal in einem Dunkelcafé essen gehen, aber ein repräsentativer Spiegel unseres Alltags ist das nicht. Ihr projiziert Euere Unsicherheit beim Essen in Dunkelheit auf uns, denkt: „Scheiße, ich kann das nicht mal für eine Stunde. Wie schlimm muss das für die armen Blinden sein, die jeden Tag so leben müssen!?“

Ihr habt ganz recht. Man kann sich nicht hineinversetzen.

Und wisst Ihr was? Ich will das auch nicht! Ich will nicht, dass Ihr Euch in uns…

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