Das spricht für sich selbst

Am Samstag, 15. November 2008, bietet die Messe „Trends und Technik für Zuhause“ Hilfsmittel. Zwischen 10 und 17 Uhr können sich die Hamburgerinnen und Hamburger im Louis-Braille-Center, im Holsteinischen Kamp 26, informieren. Über 20 Aussteller aus ganz Deutschland präsentieren Hilfsmittel für Haushalt, Hobby, Gesundheit und Freizeit. Das Besondere: alle Produkte sind für blinde und sehbehinderte Menschen geeignet.

Die Produkte sprechen häufig für sich selbst. Ein Beispiel: Gaudio-Braille präsentiert einen sprechenden Ipod. Eine gut verständliche Stimme liest Menüs und Titel-Infos vor und macht somit Blinden und Sehbehinderten den Gebrauch möglich. Der sprechende Ipod steht für den Gedanken, den alle Aussteller am Samstag teilen. Alle Produkte ermöglichen es Menschen, deren Augenlicht nachlässt, wieder am Leben teilzunehmen, selbstständig und zuversichtlich.

„Trends und Technik für Zuhause“ wendet sich nicht nur an blinde und sehbehinderte Menschen, sondern gerade auch an deren Angehörige. Es besteht am Samstag die Möglichkeit, vor Ort einzukaufen. So können z. B. Weihnachtsgeschenke für die Eltern oder Großeltern, die an Makula-Degeneration oder Grünem Star erkrankt sind, gekauft werden. vielleicht ist ja die geeignete sprechende Uhr, ein sprechendes Blutzucker-Messgerät oder ein sehbehindertengerechtes Brettspiel für Sie dabei. Vorbeischauen kostet nichts, kann Ihren Angehörigen aber helfen.

Radiosendung 121

Einmal im Monat sitze ich im Radiostudio des Louis-Braille-Centers. Der Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg produziert Sendungen für das Hamburger Lokalradio. Eine Sendung ist der BSVH-Treff. Am kommenden Sonntag läuft die 121. Ausgabe. Im Gespräch mit Moderator Ralf Bergner werde ich auf den erfolgreichen Infotag „Durchblick“ zurückschauen. Ich werde auf die Produktschau „Trends und Technik für Zuhause“ hinweisen, die am 15. November in Hamburg stattfinden wird. Auf dieser Messe für sehbehinderte und blinde Menschen können Hilfsmittel für Hobby, Haushalt, Freizeit und Gesundheit ertastet, erlauscht und betrachtet – und gleich gekauft werden (Weihnachten steht vor der Tür). Und schließlich werde ich im nächsten BSVH-Treff berichten, dass blinde Menschen unter der Hamburger Telefonnummer 19449 Fahrplan-Aushänge in Blindenschrift bestellen können. Der Hamburger Verkehrsverbund bietet diesen Service zusammen mit unserem Verein an. Im dezember wird auf den Winterfahrplan umgestellt. Damit auch blinde Menschen wissen, wann Bus, S- oder U-Bahn vor der Haustür abfahren, gibt es die Aushänge kostenlos in Braille. Weitere Themen am Sonntag um 17.00 Uhr: ein ausführlicher Bericht von der Messe „Durchblick“, das Berufsbildungswerk in Hamburg Eidelstedt, Eisenbahnnostalgie in Oberbayern, eine Reportage aus Dietrichshagen in Mecklenburg-Vorpommern, die Führhundhaltergruppe des BSVH, Elke Fiebiger im Porträt und der Veranstaltungskalender. Die bunte Sendung für blinde, sehbehinderte und nichtbehinderte Hörer läuft jeden ersten Sonntag im Monat um 17:00 (Wiederholung am Sonntag darauf um 7:00 Uhr) auf UKW 96,0, im Hamburger Kabel auf 95,45 und als Podcast unter www.bsvh-treff.org. Übrigens feierten Bergner und sein Team von ehrenamtlichen Radio-Begeisterten im Oktober Zehnjähriges. Herzlichen Glückwunsch!

Post 100

Gut, eigentlich könnte ich jetzt noch eine Seite für unsere Homepage erstellen. Ich könnte auch bei einigen Politikern für die Belange blinder und sehbehinderter Menschen bei sog. Shared-Space-Flächen werben. Ich könnte auch einen Führhundhalter suchen, damit eine Journalistin ihn begleiten kann. Ich könnte auch noch die Einweihungsparty für den Louis-Braille-Platz vorbereiten, die am 4. Januar stattfinden soll. Ich könnte auch endlich mal meine Über-Mich-Seite bei Xing aktualisieren. All das tue ich jetzt aber nicht. Ich prokrastiniere lieber: das soll man so! Und ich gratuliere mir lieber selbst zum 100. Blind-PR-Eintrag! So schnell geht das.

Hamburg Begreifen: die Innenstadt in Bronze

Blinde und sehbehinderte Menschen begreifen Hamburgs Innenstadt. Das größte Tastmodell Deutschlands steht seit Dienstag auf dem Rathausmarkt, vor dem Bucerius-Kunstfforum. Ich bin begeistert. Wir können unsere schöne Stadt endlich mit den Händen erfassen und fühlen, wie Rathaus und Michel aussehen. Alle Gebäude sind maßstabgetreu ertastbar.

Bürgermeister Ole von Beust, der das Modell am 23. September enthüllte, zeigte sich ebenfalls erfreut: „Ich kann mir vorstellen, dass da viele Menschen lange vorstehen werden, weil man so erst erfährt, was ist groß, was ist klein, wie breit sind Straßen, wo ist Wasser. Das ist wirklich eine Tolle Sache“, sagte von Beust dem Radiosender NDR 90,3. Die Herstellung des detaillierten und tonnenschweren Bronze-Modells dauerte über ein Jahr. Es ist 2,65 mal 1,60 Meter groß. Straßen und Gebäude sind mit Blinden- und Schwarzschrift gekennzeichnet.