In eigener Sache: Blind-PR in neuem Design

Nachdem sich die Kritik am Blind-PR-Layout in den vergangenen Wochen gehäuft hat und kleinere Änderungen der Schriftart und Schriftgröße das Lesevergnügen nur noch mehr gemindert haben, habe ich mich jetzt für ein vollständig neues Theme entschieden. Mein Dank gilt Thomas, Martin, Mike, Kromonos, Thomas und Anna für Hinweise und aktives Designen – ist ja naturgemäß nicht so mein Ding.;-) Und wie gefällt Ihnen das neue Erscheinungsbild? Haben Sie noch weitere Anregungen? Dann hinterlassen Sie gern einen Kommentar oder schicken Sie mir einfach eine E-Mail.

Fotografie: Was blinde Menschen sehen

Blindheit und Fotografie. Wie passt das zusammen? Blinde Menschen können nicht fotografieren, so denkt man. Zumindest können sie nicht sehen, was sie fotografieren. Und auch wenn wir abgelichtet werden, ist manchen von uns unwohl dabei. Wir können schließlich nicht kontrollieren, wie wir auf dem Bild wirken. Dennoch – oder gerade deshalb – hat der Hamburger Fotograf Kilian Foerster ein Projekt mit blinden Teilnehmern realisiert, das wir vom Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg gern unterstützt haben. Foerster schreibt auf seiner Homepage:

Als Fotograf und visuell wahrnehmender Mensch bin ich gegenüber einem Blinden beeindruckt von seiner Orientierungs- und Wahrnehmungsfähigkeit. Die fotografische Arbeit »blind« zeigt, was blinde Menschen sehen. Zuerst erstellte ich von jedem Teilnehmer ein Porträt. Danach machte der oder die Blinde mit einer Automatikkamera ein Foto an einem Ort, der ihm oder ihr vertraut ist und beschreibt anschließend selbst, was seiner ⁄ ihrer Ansicht nach auf dem Foto zu sehen ist.

Sie finden alle Fotos und Texte auf der Homepage von Kilian Foerster.

Barrierefreiheit: Ein Minus für Google Plus

In dieser Woche hat Google sein eigenes soziales Netzwerk freigeschaltet. Google Plus nennt sich der mögliche Facebook-Killer. Viele Nutzer loben vor Allem das nette und aufgeräumte Design. Aus blinder Sicht ist Google Plus keineswegs aufgeräumt – im Gegenteil.

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Wissen Sie, was Google Plus mir damit sagen möchte? Ich weiß es nicht. Dieses Zeichen-Wirrwarr liest mir aber mein Computer vor, wenn ich auf der Seite des sozialen Netzwerks bin. Dazu kommt ein für mich unstrukturiertes Durcheinander von Schaltflächen, Menüs, Untermenüs, Rahmen, Tabellen und Links. Anklickbare Links und einige Schaltflächen verfügen nicht über eine textliche Beschreibung, so dass ich nicht weiß, welchen Zweck sie erfüllen. Das Ausfüllen und Bearbeiten des eigenen Profils ist ebenfalls nur begrenzt möglich und erfordert viel Wurschtelei. So sprang bei mir regelmäßig der Focus meines Screenreaders aus den Eingabefeldern und Menüs (zum Beispiel bei der Angabe von Uni und Ausbildung). Ich musste die entsprechende Stelle erstmal wiederfinden. Orientierungspunkte, die Facebook vor einigen Monaten eingefügt hat und die blinden Nutzern die Navigation auf Internet-Seiten erheblich vereinfachen, fehlen ganz. Immerhin konnte ich einen Status eingeben und auch die Freigabe für bestimmte Circles ist für mich problemlos möglich.

Das alles ist nur ein erster Eindruck. Und ich bin auch kein Fachmann für Webdesign. Aber mein Zwischenfazit fällt negativ aus: in Sachen Barrierefreiheit bekommt Google Plus von mir ein Minus. Ganz gewiss ist Facebook auch weit davon entfernt ein Musterschüler in Sachen Accessibility zu sein – ich habe hierzu schon einmal gebloggt -, aber zumindest scheint man sich dort des Themas bewusst zu sein. Apple wiederum setzt sogar Maßstäbe in der Zugänglichkeit seiner Produkte, indem es zum Beispiel seine Handys, PC’s und iPods standardmäßig mit einem Screenreader und einer Sprachausgabe für Blinde ausliefert. Google hingegen enttäuscht in zuverlässiger Regelmäßigkeit auf diesem Gebiet – sei es beim Kalender, beim Reader, bei Buzz und jetzt bei Google Plus. Die 15% Weltbevölkerung mit einer Behinderung gehören wohl nicht zur Zielgruppe des Internet-Riesen.

Nachtrag (08.07.11): Am gestrigen Donnerstag hat sich ein Google-Mitarbeiter bei mir per Mail gemeldet. Er informierte sich bei mir, mit welchen Screenreadern und Browsern ich Google Plus nutze. Und er versprach meinen Blogpost – ins Englische übersetzt – an das Plus-Team weiterzuleiten.