Maßvoll Heavy

Am 25. September erscheint das Solo-Album von Jochen Distelmeyer. Und es verspricht hörenswert zu werden. Zumindest hoffe ich das sehr nach einem Konzert, das der ehemalige Blumfeld-Frontmann kürzlich in Hamburg gegeben hat.

Nachdem sich Blumfeld vor zwei Jahren im Popkitsch-Sumpf ersoffen und aufgelöst hatten, war ich gespannt, wie der einstige Bandleader solo klingen würde. Er kam mit Band, und die ließ es auf Kampnagel ordentlich krachen. Distelmeyers Album trägt den selbstironischen Titel Heavy. Und in der Tat kommen – zumindest live – die neuen Songs deutlich heavier daher als der späte Blumfeld-Weltschmerz-Pop. Textlich steht immer noch ein enttäuschter Linker auf der Bühne, dessen einzige Hoffnung das kleine Glück der Liebe ist. Neben den aktuellen Stücken brachten Blumfeld Reloaded auch viele Klassiker aus der Hamburger-Schule-Zeit zu Gehör. So konnte das bildungsbürgerliche Mitdreißiger-Publikum maßvoll in Uni-Party- und Studenten-Demo-Erinnerungen schwelgen, ohne wirklich mitgerissen zu werden. Distelmeyer und Band brachten ein solides Rockkonzert auf die Bühne, das Interesse für die neue Platte weckte – mehr aber auch nich .

Wer es gar nicht mehr abwarten kann: An diesem Freitag, 11. September, erscheint vorab bereits die erste Single mit dem Titel „Lass uns Liebe sein“.

Autor: Heiko Kunert

Heiko Kunert (41) ist Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenvereins Hamburg und selbst blind. Er ist Vorstandsmitglied der Hamburger Landesarbeitsgemeinschaft für behinderte Menschen, der Stiftung Centralbibliothek für Blinde, der Norddeutschen Blindenhörbücherei und der Erich-Quenzel-Stiftung. Er ist freier Journalist und engagiert sich für Inklusion und Barrierefreiheit.

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