Rob, die Eier-Uhr

Es gibt erstaunliche Geschäfte, vor Allem in London. Octopus ist eines von ihnen. Nach unserem Justiz-Walk war Covent Garden nur zehn Gehminuten entfernt. Im Herzen der Stadt unterhalten Kleinkünstler und Musiker das Publikum open Air oder in den Markthallen. Die Gegend bietet Restaurants für jeden Gaumen. Vor Allem aber kann sich der moderne Mensch, insbesondere der weibliche Teil dieser Spezies, hier in den Wahnsinn shoppen. Ein Highlight – für Frau und Mann: das bunte, verrückte, originelle Octopus-Angebot. Hier gibt es alles, was man im Alltag benötigt, Handtaschen, Uhren, Portemonaies. Der Unterschied zu gewöhnlichen Gift-Shops: hier sehen die Handtaschen wie Gießkannen aus, aus der Kuckucksuhr schnellt eine Kuh und aus der Geldbörse kommt einem eine Zunge entgegen. Alles ist quietschbunt, aus ungewohntem Material und durch die Bank sehr humorvoll. Ich freu mich schon drauf, demnächst in Rheinhold Messbechers Küche zu speisen. Denn dann wird Robert, der Piraten-Roboter, mit Samba-Rhythmen verkünden, dass das Essen fertig ist – Robert ist ein Küchentimer. Und gern wäre ich dabei, wenn die Frau meiner Träume ihr neuestes Schmuckstück erstmals auf einer Party ausführt. An ihrem schönen Hals wird dann ein Puppen-Auge ständig auf- und zuschwingen. Eigentlich müsste man schon allein des Einkaufens wegen alle drei Monate London besuchen. Mein letzter Besuch war das jedenfalls nicht.

Autor: Heiko Kunert

Heiko Kunert (41) ist Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenvereins Hamburg und ist selbst blind.

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