Flitterwochen: Auf den Azoren im Januar

Einer der schönsten Orte, die ich bisher besucht habe: Die bezaubernde Anna und ich waren flittern, auf São Miguel. São Miguel ist die größte Insel der Azoren, rund 1.500 Kilometer westlich vom portugiesischen Festland, mitten im Atlantik. Ein Ort voller herrlicher Eindrücke: Sei es das Bad in heißen Quellen, die es überall auf der Vulkaninsel gibt (in Parks, im Meer, im Wald), sei es die beeindruckende Pflanzen-Vielfalt – aufgrund des feuchten, gemäßigten Klimas wächst dort beinahe alles -, seien es die kleinen frischen Bananen, Ananas oder Gemüse von der Insel, die süßen, cremigen Puddings und Kuchen, die beeindruckende Ruhe, die Mischung aus Wald- und Ozeanluft, die Rufe der Möwen im Gebirgsnebel, die Vielfalt von Walen, Delfinen und anderen Atlantik-Bewohnern, der überwältigende Terra-Nostra-Park in Furnas, der schwarze Strand von Mosteiros, das Treiben in Ponta Delgada, die zurückhaltende Art der Insel-Bewohner … Ich bin immer noch ganz begeistert.

Einige akustische Schnappschüsse finden Sie in meiner Azoren-Playlist auf Audioboom.com. Und hier nun einige von Annas – ich habe mir sagen lassen, wunderschönen – Fotos aus dem Urlaub:

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Eine Erfolgsgeschichte: Dialog im Dunkeln in Ruanda

Es ist eine Erfolgsgeschichte: Der Dialog im Dunkeln. In den vergangenen 25 Jahren wurde das Konzept in über 37 Ländern und 170 Städten weltweit umgesetzt. Und nun führen blinde Menschen das sehende Publikum auch in Ruanda in völlig abgedunkelten Räumen durch eine Ausstellung.

Indien: Säure-Attacken und der Alltag erblindeter Frauen

Heute stolperte ich über einen DPA-Artikel auf dem Nachrichten-Portal Rolling Planet. Der Titel: „Die Rache der Verschmähten – Säureattacken in Südasien“. In dem Beitrag werden erschütternde Geschichten erzählt. Es geht um Frauen, die von Männern mit Salz- oder Schwefelsäure – die in Indien frei verkäuflich sind – schwer verletzt werden und nicht selten dadurch erblinden. Die konkreten Fälle sind schon erschütternd. Noch erschütternder ist aber, dass es sich hierbei keineswegs um Einzelfälle handelt.

Hunderte Frauen würden allein in Indien jedes Jahr auf diese brutale Weise entstellt, schätzt Avijit Kumar von der Stiftung für Säure-Überlebende in Indien. Schon allein die Tatsache, dass es einer solchen Stiftung bedarf, spricht für sich. Für Bangladesch sind – dem Artikel zufolge – für die letzten 13 Jahre mehr als 3.000 Säure-Attacken dokumentiert.

„In den meisten Fällen ist das Motiv Rache“, erklärt Kumar im Beitrag.

„Das aufgeblähte Ego der Männer, die von Kindesbeinen an als das bessere Geschlecht gelten und verhätschelt werden, verträgt es nicht, wenn eine Frau ,Nein‘ zu ihnen sagt.“ Wenn sie einen Heiratsantrag ablehnt, keine Mitgift mitbringt oder sich sonst widersetzt, griffen die Männer zu der heimtückischen Waffe, die sich innerhalb von Sekunden durch Haut und Gewebe bis auf den Knochen durchfrisst.

Mich hat noch etwas sehr bewegt, das in dem Artikel zwar erwähnt, aber nicht problematisiert wird. Er berichtet von Shanaz Begum aus einer Armensiedlung im indischen Kolkata. Sie ist seit 14 Jahren, aufgrund eines Säureangriffs ihres Mannes, blind.

Seitdem kümmert sich Begums alte, fragile Mutter um sie, hilft der 40-Jährigen beim Waschen, Toilettengang, kocht und putzt. „Wenn ich wenigstens ein Auge hätte, dann könnte ich arbeiten und meine Kinder versorgen“, sagt Begum verzweifelt.

Dieser kurze Textausschnitt zeigt, dass es neben der strukturellen Gewalt von Männern gegenüber ihren Frauen, zusätzlich das strukturelle Problem der Armut und einer schlechten Versorgung mit Rehabilitationsangeboten gibt. Schließlich sind blinde Menschen in den reichen Industriestaaten in der Regel nicht auf Hilfe beim Toilettengang, beim Waschen, Putzen oder Kochen angewiesen. Sie können all dies, weil sie in der Regel Zugang zu Trainings in Lebenspraktischen Fähigkeiten haben. Dass etwas Vergleichbares Shanaz Begum innerhalb von 14 Jahren anscheinend nicht ermöglicht wurde und dass sie als blinde Frau keine Job-Chancen hat, macht deutlich, wie dramatisch es ist, in Indien oder erst recht in einem Entwicklungsland zu erblinden. Erschwerend kommt hinzu, dass sich bisher die meisten Frauen, aufgrund ihres vermeintlich entstellten Äußeren, nicht in die Öffentlichkeit trauen, wodurch der Zugang zu Hilfeleistungen zusätzlich erschwert wird.

Der DPA-Artikel berichtet aber auch davon, dass das Problem allmählich erkannt wird und dass es immer mehr Betroffene gibt, die sich öffentlich zeigen und damit auf dieses wichtige Thema in ihren Ländern hinweisen. Hoffentlich haben sie Erfolg.

Aran Blogger: Ein kurzer Post aus Irland

Die Iron-Blogger-Regeln sind knallhart: Jede Woche muss ich einen Blind-PR-Post veröffentlichen. Tue ich das nicht, muss ich fünf Euro Strafe zahlen. Daher hier ein kurzer Post aus Dublin.
Es begann vor zehn Tagen in Galway. Galway ist eine pulsierende Universitätsstadt im Westen Irlands. Quirlig ist es in der Innenstadt, mit reichlich Livemusik auf der Straße und – natürlich – in den Pubs. Ruhiger geht es im Stadtteil Salthill zu, der an einer Atlantikbucht liegt – geeignet für kleinere Spaziergänge und – an wärmeren Tagen oder für hartgesottene Schwimmer – für einen Sprung ins Meer.
Noch mehr Ruhe fanden wir anschließend auf Inishmore. Das ist eine der Aran Islands, eine karge, wunderschöne, stille, langsame Insel. Ich kenne kaum einen schöneren Ort. Es gibt Klippen, kleine Strände, viele Vögel, Schmetterlinge, Kühe, Esel und Vögel zu sehen, unglaublich klare, grün duftende Luft und Traditional Irish Folk im Pub. Irischer kann ein Ort kaum sein.
Ein enormer Kontrast ist Dublin, wo wir unseren Urlaub nun ausklingen lassen. International, im Stadtzentrum hektisch und laut. Dennoch ist die Vielfalt und das Tempo für mich als Großstädter auf eine gewisse Art auch wohltuend oder, besser gesagt, vertraut.
Sie finden einige Fotos, die die bezaubernde Anna gemacht hat, auf meinen Twitter- und Facebook-Profilen und akustische Eindrücke auf meiner Audioboo-Seite.