Die Politik spart im Sozialbereich. Einnahmen durch Spenden und Erbschaften sind tendenziell rückläufig. Geldanlagen bringen immer weniger Zinsen. Sprich: Es wird immer schwieriger, Angebote für blinde und sehbehinderte Menschen zu finanzieren. Zum Glück gibt es auch positive Nachrichten: Das Hard Rock Cafe Hamburg hat anlässlich seines ersten Geburtstages Schecks an gemeinnützige Organisationen übergeben. Darunter war auch der Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg. Erstmals in der weltweiten Hard-Rock-Cafe-Geschichte gibt es – exklusiv in Hamburg – einen Pin mit Brailleschrift. 25% des Verkaufserlöses gehen an unsere Selbsthilfe-Organisation. Das macht 1.200 Euro. Und weil das Hard Rock Cafe Marseille von dieser Aktion so begeistert war, legte es gleich noch 1.500 Euro oben drauf. Ich bedanke mich ganz herzlich im Namen unseres Vereins für diese tolle Unterstützung. Spenden wie diese ermöglichen es uns, blinden und sehbehinderten Menschen – von Kindern bis Senioren – in ihrem Alltag zu helfen, Freizeit- und Kulturangebote für sie zu schaffen und uns öffentlichkeitswirksam für mehr Barrierefreiheit in Hamburg stark zu machen. Wenn auch Sie helfen möchten, auf der BSVH-Spendenseite können Sie uns unterstützen.
Autor: Heiko Kunert
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Journalismus und Behinderung: Tipps auf Leidmedien.de
Leidmedien.de ist online. Das Projekt der Sozialhelden ist ein Ratgeber über Sprache und Behinderung und wendet sich an Journalisten. Die Website gibt Tipps für eine angemessene Berichterstattung über Menschen mit Behinderung. Ein Besuch der Seite lohnt sich – nicht nur für Medienschaffende. Ich freue mich, dass auch ich mit einem Gastbeitrag vertreten bin. Ich wünsche Leidmedien.de viel Erfolg und viele Leser.
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Der Spiegel und die Behinderten (2): Sie sprechen mit uns
An anderer Stelle habe ich die unzeitgemäße Berichterstattung des Nachrichten-Magazins „Der Spiegel“ über Menschen mit Behinderung kritisiert. Mich hat insbesondere gestört, dass primär über uns und nicht mit uns gesprochen wurde. In zwei kürzlich erschienenen Beiträgen war dies endlich einmal anders.
Da war zum einen ein Artikel über Menschen mit Glasknochen. Und es gab in einer Titel-Geschichte (digital leider nur im Abo) ein Interview mit Samuel Koch und Philippe Pozzo di Borgo. Sicherlich, ich könnte jetzt kritisieren, dass Behinderung von den Redakteuren immer noch sehr stark medizinisch und nicht gesellschaftlich verstanden wird. Ich könnte auch anmerken, dass der Fokus auf dem „Schicksalsschlag“ liegt und nicht auf dem alltäglichen Leben mit einer Behinderung. Und ich könnte auch darauf hinweisen, dass ein Spiegel-Titel über Behinderung wohl nur im Sommerloch und mit Promi-Gästen denkbar ist. Aber ich kann mich auch einfach mal über erste Schritte in die richtige Richtung freuen: Endlich sprechen sie mit uns – und nicht über uns.