Im kwerfeldein-Interview: Über barrierefreie Fotos und inklusives Fotografieren

Wie werden Fotos in Social Media barrierefrei? Wie sieht eine gute Bildbeschreibung aus? An was sollten Fotografinnen und Fotografen denken, wenn sie Menschen mit Behinderung vor der Kamera haben? Über diese und weitere Fragen habe ich mit Katja Kemnitz gesprochen. Ihr findet das Interview mit mir auf der Website von kwerfeldein – dem Magazin für Fotografie, dem ich herzlich für das große Interesse danke.

Noch ein Hörtipp: Sehnsucht nach Bild

Es ist wahrscheinlich die größte Angst eines passionierten Fotografen: zu erblinden. Bildwelten zwischen Poesie und Fantastik schuf der Fotograf Hannes Wallrafen. Seine Arbeiten hängen in vielen Museen und Sammlungen. Durch eine seltene Augenkrankheit – Lebersche Optikusatrophie – erblindete er binnen weniger Monate. Die Erblindung nötigte ihn auch künstlerisch zu einem neuen Leben, das er sich mit Kraft und Nachdruck eroberte. Er tauschte die Welt der Bilder mit der Welt der Töne. Der Fotograf wurde Audiograf.

In einem sinnlichen und nachdenklichen Feature von Rogeria Burgers kommt Wallrafen ausführlich zu Wort. Er spricht über seinen Weg vom Sehen zum Hören. Und er spricht über die Kraft, die ihm sein neues Leben abverlangt. Die Sendung kann auf der Website von SWR2 nachgehört werden, oder Sie laden sich die MP3-Datei gleich hier herunter.

Blinde Fotografie in der SZ: Ein beeindruckendes Experiment

Kilian Foersters Foto-Projekt „blind“ stößt immer wieder auf mediales Interesse. Zuletzt war es Alex Rühle, der es in der Süddeutschen Zeitung aufgriff. Ein beeindruckendes Experiment nennt er es. Das freut mich gleich zweifach: einmal für den engagierten Hamburger Fotografen Kilian Foerster und auch ein klein wenig für mich – habe ich doch selbst ein Bild zu der Reihe beigetragen. Unter der Überschrift „Das Unsichtbare im Fokus“ hatte bereits im August Marc-Oliver Rehrmann auf NDR.de über das Projekt berichtet, bei dem Foerster blinde Menschen porträtiert und diese anschließend ihre Lieblingsorte fotografieren und beschreiben lässt. Das Projekt wird übrigens fortgesetzt. Interessierte können sich weiterhin bei Kilian Foerster melden.

Foto-Blog: Bildbeschreibungen für Blinde und die trügerische Gewissheit der Sehenden

Nachdem ich kürzlich über das Fotoprojekt „Blind“ von Kilian Foerster berichtet habe, möchte ich Ihnen heute ein interessantes Blog vorstellen. Hier geht es ebenfalls um Fotos – und um Bildbeschreibungen. Die Macher von bildbeschreibungen.wordpress.com schreiben über ihre Idee:

Wir verstehen uns als Service: Blinde schicken uns ihre Bilder, die ihnen unsere Autoren dann beschreiben.

Auch Blinde leben in einer Welt voller Bilder. Wir möchten den Kreis der Menschen erweitern, an die sie sich wenden können, wenn sie wissen wollen, was auf diesen Bildern zu sehen ist.

Wenn Sie blind sind, laden wir Sie ein, uns Fotos zu schicken, die wir für Sie beschreiben sollen. Sie können uns das Bild einfach per E-Mail schicken: bildbeschreibungen@googlemail.com Dazu bitte jeweils eine kurze Mitteilung, warum Sie das betreffende Foto beschrieben haben möchten oder wie Sie dazu gekommen sind usw.

Außerdem möchten wir alle, die uns ein Foto ihrer Wahl schicken, bitten, uns zusätzlich ein Bild zu schicken, das den Blick aus ihrem Fenster zeigt. Zu hause oder an der Arbeit, dort wo Sie sich viel aufhalten, dort wo sie gern sitzen.

Wenn Sie sehend sind und wenn Sie gern Bildbeschreibungen verfassen, laden wir Sie ein, bei uns mitzumachen. Melden Sie sich bei uns!

Über die Kommentarfunktion können die Blinden dann Rückfragen stellen, um mit den Autoren der Bildbeschreibungen einen Dialog zu beginnen. Oder sie können eventuell über ihre Wahrnehmung der jeweiligen Situation berichten, in der das Bild entstanden ist. Oder sie erzählen vielleicht, was jemand anderes ihnen über das Bild gesagt hat. So erfahren wir etwas darüber, was an einem Bild wichtig und interessant ist.

Der Dialog ist uns sehr wichtig. So reifen die Bildbeschreibungen sozusagen nach und wir ahnen langsam, daß die unmittelbare Gewißheit der Selbstverständlichkeit, die ein Foto einem sehenden Betrachter gibt, trügerisch ist.

Das klingt spannend. Ich hoffe, dass viele Fotos eingesandt werden und sich viele Bild-Beschreiber finden werden. Ist das nicht auch etwas für Sie?

Vielen Dank an Andrea Eberl, die den Link heute über ihren Mailverteiler verschickt hat.