Die blinden Passagiere kommen nach Münster. Am 19. Februar spielen wir unser See-Musical in der freien Waldorfschule. Karten kosten 12 Euro, ermäßigt 8 Euro. Unser Ensemble besteht aus sehenden, sehbehinderten und blinden Schauspielerinnen und Schauspielern. Mehr Infos zur Aufführung, der Karten-Bestellung und unserer Crew finden Sie auf der Homepage der Westdeutschen Blindenhörbücherei und auf der Ensemble-Website. Ich freue mich darauf, Sie als Kapitän an Bord unseres Musical-Dampfers begrüßen zu dürfen. Nutzen Sie die vielleicht letzte Chance, die blinden Passagiere live zu erleben.
Kategorie: Kulturelles
-
Blinde Fotografie in der SZ: Ein beeindruckendes Experiment
Kilian Foersters Foto-Projekt „blind“ stößt immer wieder auf mediales Interesse. Zuletzt war es Alex Rühle, der es in der Süddeutschen Zeitung aufgriff. Ein beeindruckendes Experiment nennt er es. Das freut mich gleich zweifach: einmal für den engagierten Hamburger Fotografen Kilian Foerster und auch ein klein wenig für mich – habe ich doch selbst ein Bild zu der Reihe beigetragen. Unter der Überschrift „Das Unsichtbare im Fokus“ hatte bereits im August Marc-Oliver Rehrmann auf NDR.de über das Projekt berichtet, bei dem Foerster blinde Menschen porträtiert und diese anschließend ihre Lieblingsorte fotografieren und beschreiben lässt. Das Projekt wird übrigens fortgesetzt. Interessierte können sich weiterhin bei Kilian Foerster melden.
-
Foto-Blog: Bildbeschreibungen für Blinde und die trügerische Gewissheit der Sehenden
Nachdem ich kürzlich über das Fotoprojekt „Blind“ von Kilian Foerster berichtet habe, möchte ich Ihnen heute ein interessantes Blog vorstellen. Hier geht es ebenfalls um Fotos – und um Bildbeschreibungen. Die Macher von bildbeschreibungen.wordpress.com schreiben über ihre Idee:
Wir verstehen uns als Service: Blinde schicken uns ihre Bilder, die ihnen unsere Autoren dann beschreiben.
Auch Blinde leben in einer Welt voller Bilder. Wir möchten den Kreis der Menschen erweitern, an die sie sich wenden können, wenn sie wissen wollen, was auf diesen Bildern zu sehen ist.
Wenn Sie blind sind, laden wir Sie ein, uns Fotos zu schicken, die wir für Sie beschreiben sollen. Sie können uns das Bild einfach per E-Mail schicken: bildbeschreibungen@googlemail.com Dazu bitte jeweils eine kurze Mitteilung, warum Sie das betreffende Foto beschrieben haben möchten oder wie Sie dazu gekommen sind usw.
Außerdem möchten wir alle, die uns ein Foto ihrer Wahl schicken, bitten, uns zusätzlich ein Bild zu schicken, das den Blick aus ihrem Fenster zeigt. Zu hause oder an der Arbeit, dort wo Sie sich viel aufhalten, dort wo sie gern sitzen.
Wenn Sie sehend sind und wenn Sie gern Bildbeschreibungen verfassen, laden wir Sie ein, bei uns mitzumachen. Melden Sie sich bei uns!
Über die Kommentarfunktion können die Blinden dann Rückfragen stellen, um mit den Autoren der Bildbeschreibungen einen Dialog zu beginnen. Oder sie können eventuell über ihre Wahrnehmung der jeweiligen Situation berichten, in der das Bild entstanden ist. Oder sie erzählen vielleicht, was jemand anderes ihnen über das Bild gesagt hat. So erfahren wir etwas darüber, was an einem Bild wichtig und interessant ist.
Der Dialog ist uns sehr wichtig. So reifen die Bildbeschreibungen sozusagen nach und wir ahnen langsam, daß die unmittelbare Gewißheit der Selbstverständlichkeit, die ein Foto einem sehenden Betrachter gibt, trügerisch ist.
Das klingt spannend. Ich hoffe, dass viele Fotos eingesandt werden und sich viele Bild-Beschreiber finden werden. Ist das nicht auch etwas für Sie?
Vielen Dank an Andrea Eberl, die den Link heute über ihren Mailverteiler verschickt hat.
-
Fotografie: Was blinde Menschen sehen
Blindheit und Fotografie. Wie passt das zusammen? Blinde Menschen können nicht fotografieren, so denkt man. Zumindest können sie nicht sehen, was sie fotografieren. Und auch wenn wir abgelichtet werden, ist manchen von uns unwohl dabei. Wir können schließlich nicht kontrollieren, wie wir auf dem Bild wirken. Dennoch – oder gerade deshalb – hat der Hamburger Fotograf Kilian Foerster ein Projekt mit blinden Teilnehmern realisiert, das wir vom Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg gern unterstützt haben. Foerster schreibt auf seiner Homepage:
Als Fotograf und visuell wahrnehmender Mensch bin ich gegenüber einem Blinden beeindruckt von seiner Orientierungs- und Wahrnehmungsfähigkeit. Die fotografische Arbeit »blind« zeigt, was blinde Menschen sehen. Zuerst erstellte ich von jedem Teilnehmer ein Porträt. Danach machte der oder die Blinde mit einer Automatikkamera ein Foto an einem Ort, der ihm oder ihr vertraut ist und beschreibt anschließend selbst, was seiner ⁄ ihrer Ansicht nach auf dem Foto zu sehen ist.
Sie finden alle Fotos und Texte auf der Homepage von Kilian Foerster.