Nicht mehr

Dein Lachen, das der Angst, der Armut, den Krankheiten die Stirne bot,
Deine Hand, die die des kleinen, später die des blinden Jungen hielt,
Deine Stimme, die dem Kind im Krankenhaus Kasperl-Geschichten vorlas,
Dein Herz, das den Kindern, den Alten, den Menschen gehörte.

Deine Freude an Katzen und Hunden, Blumen und Bäumen,
Dein Genuss von Kuchen, Kaffee und Zigaretten,
Dein Hoffen auf das Genesen und das Glück,
Deine Liebe, Fürsorge und Menschlichkeit.

Deine Wärme,
Dein Optimismus,
Deine Nähe,
Dein Sein.

All das ist nicht mehr,
nicht mehr auf dieser Welt,
nicht mehr im Dorf meiner Kindheit, nicht am Telefon,
weil du nicht mehr bei uns bist.

Aber auch die Schmerzen,
das Leiden der Seele,
die Entbehrungen
sind nicht mehr.

Du bist nicht mehr hier,
und doch ist all das geblieben:
Dein Lachen, Dein Herz, deine Freude, Deine Liebe,
Deine Wärme und Dein Sein sind geblieben.

Geblieben in unseren Erinnerungen, in unserem Tun und Fühlen,
in unserem Wünschen und Glauben.
Geblieben sind die Hoffnung auf das Wiedersehen
und der Dank für alles, liebe Mama!

Autor: Heiko Kunert

Heiko Kunert (43) ist Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenvereins Hamburg und selbst blind. Er ist Vorstandsmitglied der Hamburger Landesarbeitsgemeinschaft für behinderte Menschen, der Stiftung Centralbibliothek für Blinde, der Norddeutschen Blindenhörbücherei und der Erich-Quenzel-Stiftung. Er ist freier Journalist und engagiert sich für Inklusion und Barrierefreiheit.

2 Kommentare zu „Nicht mehr“

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