Blind-PR 2.0

PR bedeutet Kommunikation. Der Inbegriff schneller und direkter Kommunikation im Internet ist das Web 2.0. Was davon letztlich relevant bleiben wird, das kann kaum jemand voraussagen. Die Möglichkeiten aber gar nicht erst zu nutzen und nicht zu testen, das halte ich für falsch. PR bedeutet auch transparenz. Und für Transparenz können soziale Netzwerke, Blogs und Microblogs sorgen. Und noch ein Argument für das Web 2.0 ist ganz persönlicher Natur: im WWW kann ich mich dank Screenreader und Braillezeile ganz eigenständig bewegen. Ich kann zu gewünschten Personen genauso Kontakt aufnehmen wie meine sehenden Kollegen. Meine Behinderung spielt hier erstmal keine Rolle. Die Hemmschwelle mit mir Kontakt aufzunehmen ist für mein sehendes Gegenüber niedriger als in der „realen“ Welt.

Somit finden Sie mich jetz auch bei Facebook und bei Twitter. Bei Xing bin ich ja bereits seit 2007 aktiv. Ich würde mich freuen, Sie in meinen Netzwerken zu treffen!

Außerdem habe ich Blind-PR um einige Features ergänzt, so können Sie die Artikel und Kommentare jetzt noch bequemer mit Ihrem Newsreader abonnieren. Unter der Überschrift „Blind-PR-Leser“ können Sie sich öffentlich als regelmäßiger Besucher dieses Blogs „outen“. Und klicken Sie doch nach der Lektüre der Posts kurz auf die Reaktionsflächen, wenn Sie einen Artikel besonders lustig, interessand oder cool fanden. Apropos Reaktionen: wenn Sie mir Feedback geben möchten oder Sie weitere Anregungen haben, dann hinterlassen Sie einen Kommentar!

Abgründe des Bösen

Dieser Claude Chabrol. Der hat es echt drauf, die Abgründe der bürgerlichen Gesellschaft exzellent zu verfilmen. Was soll man bei diesem Wetter tun, wenn nicht einen französischen Film Noire anschauen? So legten die bezaubernde Anna und ich heute „die Blume des Bösen“ in den DVD-Player. Auch wenn ich den Film schon mehrfach gesehen – obwohl ich blind bin, sage ich nicht gehört – hatte, fand ich ihn auch heut großartig. Wie in jedem oberflächlichen Satz die gegenseitige Verachtung der Familienmitglieder mitschwingt, wie die Risse in der Fassade immer größer werden, wie die Geschichte zeitlos immer wieder zuschlägt, ist packend und dennoch ganz ruhig inszeniert. „Die Blume des Bösen“ ist vielleicht nicht der beste Chabrol, aber besser als viele andere Filme – und für einen November-Sonntag besser geeignet als ein langweiliger „Tatort“.

Würdiges Gedenken

Der Louis-Braille-Platz nimmt Gestalt an. Am 4. Januar wird eingeweiht. An diesem Tag wird sich der Geburtstag des Blindenschrift-Erfinders zum 200 Mal jähren. Um 11.00 Uhr gibt es eine Feier auf dem Bahnhofsvorplatz Hamburger Straße. Dabei wird Kultur-Senatorin Karin von Welck eine Rede halten. Wir werden Blindenschrift lesen. Eine Gedenktafel wird aufgestellt – leider nicht am Bahnhofsgebäude. Die Hochbahn hat nicht eingewilligt, die Gedenktafel dort anbringen zu dürfen. Verunstaltet das Gedenken an einen Mann, der Millionen von blinden Menschen Bildung und einen Zugang zur Literatur und zu Informationen ermöglicht hat, ein U-Bahn-Gebäude? Anscheinend. Erstmals erhält ein Straßenschild in Hamburg eine zusätzliche Erläuterungstafel in Blindenschrift. In sehr konstruktiver Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Nord konnte dies verwirklicht werden. Ich freue mich persönlich sehr über die Würdigung Brailles durch Hamburgs Politik. Schließlich ging die Initiative für die Umbenennung von unserem Verein aus. Der Platz ist in unmittelbarer Nähe zum Louis-Braille-Center, dem Dienstleistungszentrum des BSVH. Jeder, der es zukünftig per Bahn oder Bus ansteuert, wird über den Louis-Braille-Platz gehen. Hinzu kommen die Besucher des Einkaufszentrums Hamburger Straße, in dem sich neben Geschäften zum beispiel auch die Schulbehörde befindet. Hamburg gedenkt einem großen Mann, würdig und an sehr passender Stelle.. Danke an alle, die zu diesem Erfolg beigetragen haben, insbesondere an die FDP im Bezirk Nord, die Mitarbeiter des Bezirksamtes Hamburg-Nord und an Senatorin von Welck!

Das spricht für sich selbst

Am Samstag, 15. November 2008, bietet die Messe „Trends und Technik für Zuhause“ Hilfsmittel. Zwischen 10 und 17 Uhr können sich die Hamburgerinnen und Hamburger im Louis-Braille-Center, im Holsteinischen Kamp 26, informieren. Über 20 Aussteller aus ganz Deutschland präsentieren Hilfsmittel für Haushalt, Hobby, Gesundheit und Freizeit. Das Besondere: alle Produkte sind für blinde und sehbehinderte Menschen geeignet.

Die Produkte sprechen häufig für sich selbst. Ein Beispiel: Gaudio-Braille präsentiert einen sprechenden Ipod. Eine gut verständliche Stimme liest Menüs und Titel-Infos vor und macht somit Blinden und Sehbehinderten den Gebrauch möglich. Der sprechende Ipod steht für den Gedanken, den alle Aussteller am Samstag teilen. Alle Produkte ermöglichen es Menschen, deren Augenlicht nachlässt, wieder am Leben teilzunehmen, selbstständig und zuversichtlich.

„Trends und Technik für Zuhause“ wendet sich nicht nur an blinde und sehbehinderte Menschen, sondern gerade auch an deren Angehörige. Es besteht am Samstag die Möglichkeit, vor Ort einzukaufen. So können z. B. Weihnachtsgeschenke für die Eltern oder Großeltern, die an Makula-Degeneration oder Grünem Star erkrankt sind, gekauft werden. vielleicht ist ja die geeignete sprechende Uhr, ein sprechendes Blutzucker-Messgerät oder ein sehbehindertengerechtes Brettspiel für Sie dabei. Vorbeischauen kostet nichts, kann Ihren Angehörigen aber helfen.